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Wenig Wasser: Warnung vor niedrigen Flusspegeln

In Niederösterreich ist der Kamp besonders betroffen. Auch die Leitha, die Thaya und die March verzeichnen Niedrigwasser.
Eine Person steht am Ufer eines Flusses vor dichtem, herbstlichem Gebüsch und trägt eine schwarze Jacke mit WWF-Logo.

Es ist zu trocken. Daran haben auch die Regenfälle der vergangenen Woche wenig geändert. Überraschend ist diese Situation wohl kaum: Österreichweit war der Frühling im Jahr 2026 der niederschlagsärmste seit Beginn der Messungen. Das Defizit lag bei nahezu 50 Prozent, wie unter anderem das Umweltministerium berichtete.

Ein Blick auf die jüngsten Pegelstände heimischer Flüsse macht das Problem ebenfalls deutlich. Rund 90 Prozent der österreichischen Messstellen verzeichneten im Mai niedrige bis sehr niedrige Abflüsse. Im März und April lag der Anteil noch bei jeweils 75 Prozent, wie der WWF mit Blick auf die Zahlen aus der hydrographischen Monatscharakteristik betont. Die heimischen Flüsse würden mit einer schweren Hypothek in den Sommer starten, so WWF-Expertin Marie Pfeiffer.

Kamp führt viel zu wenig Wasser

Neben Oberösterreich und der Steiermark ist auch Niederösterreich besonders betroffen. So führt die Kamp 84 Prozent weniger Wasser als im langjährigen Mittel. Auch die Leitha, die durch Niederösterreich und das Burgenland fließt, liegt mit einem Minus von 76 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Bei der Thaya, der Ybbs und der March fielen die Messwerte ebenfalls um mehr als 60 Prozent niedriger aus.

Österreichweit würden die Flüsse bereits vor dem Sommer zunehmend unter Stress stehen, sagt Pfeiffer: "Niedrigwasser und steigende Wassertemperaturen verringern den Lebensraum für viele Fischarten und erhöhen den Druck auf die Gewässerökosysteme." Entscheidend ist jedoch nicht nur, wie viel Regen fällt, sondern auch, wie viel Wasser die Landschaft aufnimmt und speichert. Im Osten werde die Lage durch die Bodennutzung zusätzlich erschwert. "Wenn Böden offen sind und viel verdunstet, wirkt sich das auch auf das Grundwasser und die Flusspegel aus", so Pfeiffer. Das "größte Übel" für den Wasserhaushalt als Ganzes bleibe jedoch die Versiegelung.

Intakte Landschaft als Wasserspeicher

Der WWF fordert Schutzmaßnahmen, um Trockenperioden abzufedern. So sollten Auen und Feuchtgebiete wiederhergestellt, die wenigen frei fließenden Flüsse geschützt sowie bereits verbaute Gewässer renaturiert werden. Auch der Umweltdachverband macht in einer Aussendung auf den Wassermangel aufmerksam und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Trockenheit sei kein Problem einzelner Regionen oder Sektoren, sagt Kurt Lichtenwöhrer, Biodiversitätsexperte und Projektleiter im Umweltdachverband. "Sie wird zu einer der zentralen Herausforderungen für Land- und Forstwirtschaft, Biodiversität und Wasserhaushalt in Österreich", so Lichtenwöhrer. Er weist ebenfalls auf die Bedeutung von Renaturierung und Bodenentsiegelung hin. Denn: Eine intakte Landschaft sei der wirksamste und zugleich kostengünstigste Wasserspeicher, den es gebe.

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