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Chronik | Niederösterreich
03/22/2019

Kaiserliches Honigschlecken à la Maria Theresia

Zur Landesausstellung in Wiener Neustadt wird der Kaiserin eigener Honig gewidmet.

Vier bis sechs Wochen wird eine durchschnittliche Sommerbiene alt. In dieser Zeit produziert sie etwa einen Teelöffel Honig. In einem kleinen 250 Gramm Glas Honig steckt also die mühsame Lebensarbeit von unzähligen „Majas“. Das ist, anders als für uns Menschen, alles andere als ein Honigschlecken.

Für die Niederösterreichische Landesausstellung, die kommendes Wochenende in Wiener Neustadt eröffnet, hat sich die Imkerschule Warth (Bezirk Neunkirchen) in Kooperation mit der Militärakademie nach der Idee der Wiener Neustädterin Selina Prünster etwas Besonderes überlegt: einen eigenen Maria-Theresien-Honig. Schließlich war es die Kaiserin persönlich, die im Jahr 1770 in der Militärakademie die erste Imkerschule des Landes gründete und mit dem Maria-Theresienpatent einen eigenen Schutzbrief verfasste, der die Sicherheit der Imker und den Handel mit Bienenprodukten in Niederösterreich rechtlich regelte. Produziert wird der Honig von rund einer Million Bienen, die in den 20 Stöcken unter den Linden im Park der Militärakademie zu Hause sind. Und wie schmeckt er, der Maria-Theresien Honig? „Nach einer Zitrusnote mit einem leicht herben Abgang“, meint Karl Stückler, der Leiter der NÖ Imkerschule, mit einem Augenzwinkern. Der sortenreine Lindenhonig wird neben Honigwein und Lippenbalsam ab 30. März im Museumsshop der MilAk verkauft.

Bienensterben

Wie wichtig die Bienen für eine intakte Umwelt und die gesamte Nahrungskette sind, ist wohl niemandem neu. Bedroht werden die Insekten jedoch weltweit durch den extremen Einsatz von Pestiziden. Auch in Niederösterreich ist das Bienensterben nicht wegzuleugnen.

Doch das Problem scheint im Bewusstsein der Menschen einen Platz gefunden zu haben: Das Interesse von Privatpersonen an der Imkerei steigt. 15.000 Neueinsteiger haben beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren den Basiskurs der Imkerschule Warth besucht. Der Beruf stirbt nicht aus, ganz im Gegenteil: „Der Imker wird immer jünger. Sich selbst zu versorgen ist ein Trend, das spüren wir auch in unseren Ausbildungskursen“, erläutert Karl Stückler. Das Honigschlecken scheint gerettet – jedenfalls fürs Erste.