© Kurier/Gilbert Novy

Asylquartier
02/23/2019

Junge Flüchtlinge verlassen St. Gabriel

Mitte März entscheidet sich, wie es mit dem Caritas-Heim in Niederösterreich weitergeht.

von Marlene Penz

Am Freitag mussten fünf Jugendliche erneut umziehen. Sie waren aus der umstrittenen, mit Stacheldraht umzäunten Flüchtlingsunterkunft in Drasenhofen, in das Caritas-Flüchtlingsheim St. Gabriel in Maria Enzersdorf übersiedelt. Die letzten hier verbliebenen vier Burschen werden am Montag in andere Unterkünfte in Niederösterreich verlegt.

Der Umzug ist laut Caritas gut verlaufen. Die Jugendlichen waren zwar laut Sprecher Martin Gantner „nervös“, was aber kein Wunder sei, weil die vergangenen Wochen sehr belastend gewesen seien. Es habe aber besser funktioniert, als der letzte im Jänner, bei dem die ersten fünf Jugendlichen St. Gabriel wieder verlassen mussten. Die Übersiedlung wurde in Rücksprache mit der Kinder- und Jugendwohlfahrt durchgeführt.

Gutes Miteinander

Für die Jugendlichen geht es nun in fünf verschiedene Quartiere privater Betreiber. „Als Caritas wurden wir in einer Notsituation vom Land Niederösterreich gerufen und um Hilfe gebeten“, sagt Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. „Wir sind sehr froh, sollte nun auch in Zukunft eine intensive Betreuung für die Jugendlichen im Sinne eines guten Miteinanders möglich sein.Wir haben von Anfang an gesagt, dass es zweitrangig ist, wer die Jugendlichen betreut. Wichtig ist, dass sie gut betreut sind.“

Wie es mit dem Flüchtlingsheim in St. Gabriel weitergehen wird, ist noch ungeklärt. Mit dem Auszug der Burschen befinden sich zur Zeit noch acht psychisch erkrankte erwachsene Flüchtlinge in der Unterkunft: Sie werden bleiben. „Im März gibt es Gespräche mit den zuständigen Beamten, ob künftig eine Unterbringung anderer Jugendlicher hier erfolgt“, sagt Gantner.

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