Flutschäden saniert: Landesrat Pernkopf und Vertreter von Bauabteilungen und Gemeinde

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Hochwasserschutz
03/04/2016

Jahrhundertprojekt zum Schutz vor Fluten gestartet

Massiver Hochwasserschaden in Ybbsitz behoben. Mammutprojekt um 35 Millionen Euro steht im nächsten Jahrzehnt bevor.

von Wolfgang Atzenhofer

Die Druckgasleitung der EVN hing in der Luft, sonst unterirdische Rohre für Telefon und Strom baumelten daneben. Ein massives Stück des Radweges samt Unterbau war von der Kleinen Ybbs verschluckt worden und die Bundesstraße drohte abzurutschen. Der 28. Mai 2014 bescherte dem Marktort Ybbsitz, Bezirk Amstetten, bislang den letzten massiven Hochwasserschaden. Dessen nun abgeschlossene Sanierung mit einem Aufwand von 750.000 Euro stellt zugleich den Start eines Jahrhundertschutzprojektes dar.

"Bei diesem Projekt wurden schon alle Faktoren für den künftigen 100-jährlichen Hochwasserschutz berücksichtigt", erklärte der Ybbsitzer Bürgermeister Josef Hofmacher gestern, Donnerstag. Eine Reihe von Bauabteilungen des Landes NÖ, aber auch der Wildwasser- und Lawinenbaudienst des Bundes beseitigten die Schäden im Ortsteil Gurhof und erneutern Wasserläufe, Radweg, Schutzmauer und Teile der Bundesstraße.

Schwere, zum Teil auch mehrere große Hochwässer pro Jahr hatte Ybbsitz seit 2002 zu ertragen. Die Entschärfung der beiden Gebirgsflüsse Prolling und Schwarze Ois, die sich mitten in Ybbsitz zur Kleinen Ybbs vereinen ist eines der größten Schutzprojekte Niederösterreichs.

"Wir können nur Schritt für Schritt vorgehen", sagte Landesrat Stephan Pernkopf. Er lobte am Beispiel Ybbsitz die gute Kooeration zwischen den im Katastrophenschjutz agierenden Landes- und Bundesstellen. Bis 2023 sind in NÖ 185 Projekte um über 700 Millionen Euro vorgesehen. Die Kosten für das Ybbsitzer Vorhaben werden auf 35 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: 24 Millionen Euro flossen in den Schutz der Donaustadt Ybbs. Dort hatte das Hochwasser 2002 einen Schaden von 38 Millionen Euro verursacht.

In Ybbsitz werden drei Rückhaltebecken für die gewaltige Menge von einer Million Kubikmeter Wasser geplant. Dutzende Eigentümer müssen Gründe und sogar zwei Häuser abtreten. Im Gebiet Noth an der Prolling soll heuer um die Behördengenehmigung eingereicht werden. 2017 sollte dann der Baustart für das erste Becken folgen. Im Gebiet Maria Sesal, wo die anderen zwei Becken entstehen sollen, gestalten sich die Grundeinlösen weitaus schwieriger. Ein ganzes Tal müsse hier umorganisiert werden, berichten die Experten. Bürgermeister Josef Hofmacher rechnet, dass es hier mit einer Zeitverzögerung von fünf Jahren zum Baustart kommen könnte.
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