Russbach-Dämme müssen weiterhin mit großem Einsatz und Aufwand gesichert werden

© Stefan Straka

Nach der Flut
06/08/2013

Im Kampf gegen Wasser, Schlamm und Verwüstung

Feuerwehr bewacht weiterhin Dämme. Der Bürgermeister von Walding (OÖ) will wegen der Flut klagen. EU stellt Verfahren gegen Niederösterreich ein.

Wehe der Schlamm wird hart. Dann brauchen wir auch noch Schremmhammer für unsere Einsatzkräfte.“ So erklärte Oberst Bruno Deutschbauer den Grund für den raschen und intensiven Einsatz des Bundesheeres in den vom Hochwasser betroffenen Donaugemeinden. Das Wochenende wird jedenfalls durchgearbeitet.

Weil sich die Donau im Raum Hainburg noch zu wenig zurückgezogen hat, waren Hunderte Soldaten gestern hauptsächlich in den Bezirken Melk und Krems eingesetzt. 2000 stünden für den Assistenzdienst parat, berichtete NÖ Militärkommandant Rudolf Striedinger. Im Kampf gegen Schlamm und Schmutz standen gestern auch wieder 1000 Mitglieder der Feuerwehren. Im Raum Hainburg und an der Marchmündung wurden weiterhin Dammwachen eingeteilt. Ebenfalls im Einsatz, etwa in der verschlammten Donauarena Melk, standen Helfer des „Team Österreich“.

Mit dem sinkenden Donaupegel hat sich im Strudengau ein Mysterium aufgeklärt. Eine, wie berichtet, bei Hößgang (Gemeinde Neustadtl) in der Donau verschwundene schwimmende Piratenkneipe ist nicht, wie befürchtet, in den Fluten abgetrieben worden, sondern an Ort und Stelle gesunken. Teile des Kahns wurden langsam wieder sichtbar.

Mitten in der Aufarbeitung der Katastrophe bekam das Land NÖ eine positive Nachricht aus Brüssel. Die EU wird kein Verfahren wegen Hochwasserschutzbauten in Naturschutzgebieten einleiten. EU-Vogelschutz- und Habitatsrichtlinien werden mittlerweile in nationalen Umweltgesetzen berücksichtigt. Landeshauptmann Erwin Pröll: „Eine vernünftige Entscheidung.“

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Rechtliche Schritte will dagegen der SP-Bürgermeister von Walding in OÖ, Josef Eidenberger, einleiten. Er wird Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Der Ortschef stellt in den Raum, dass Kraftwerksbetreiber Walding volllaufen ließen, um Linz und das Machland zu schützen. „Hätte der Machlanddamm nicht gehalten, hätte mancher Landespolitiker das Gesicht verloren.“ Florian Seidl vom Kraftwerksbetreiber Verbund: „Wir haben uns strikt an die behördlich erlassene Wehrbetriebsordnung gehalten.“

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