Das Opfer zeigt 2010 die Blutspuren

© Markus Wurtz

Überfall
12/17/2018

Home-Invasion: Nach acht Jahren sitzen endlich die Täter

Viehhändler wurde bei Raubüberfall im Jahr 2010 von drei Männern fast getötet. Der Fall gilt als geklärt.

von Patrick Wammerl, Jürgen Zahrl

Damit hat Erwin Hofbauer nicht mehr gerechnet. 5000 Euro Kopfgeld hat der Viehhändler aus dem Bezirk Zwettl auf jene brutalen Räuber ausgesetzt, die ihn im Sommer 2010 bei einer Home-Invasion in seinem Haus in Göpfritz beinahe getötet haben.

Mehr als acht Jahre später gilt der schwere Raub als geklärt. Zumindest konnten drei dringend Tatverdächtige ausgeforscht werden. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Krems, Franz Hütter, erklärt, sind für eine hieb- und stichfeste Anklage in den kommenden Wochen noch weitere Erhebungen notwendig.

Es war die Nacht auf den 9. Juli 2010, als plötzlich drei maskierte Männer vor dem Bett des Unternehmers standen. Mit der Gegenwehr des 1,90 Meter großen Hünen hatten die Räuber wohl nicht gerechnet. Hofbauer konnte zwei der Angreifer durch das Schlafzimmer katapultieren, ehe der Dritte ihn mit Pfefferspray und einem Elektroschocker kampfunfähig machte.

Die Täter prügelten auf den wehrlosen Mann ein, knebelten und fesselten ihn und ketten ihn in der Toilette an. Da die Peiniger ständig 40.000 Euro wollten und damit drohten, den Viehhändler zu erschießen, hatte Hofbauer den Verdacht, dass sie es gezielt auf ihn abgesehen hatten.

„Es war all die Jahre immer ein ungutes Gefühl. Ich hatte regelmäßig Albträume. Wenn ich in der Nacht etwas hörte, bin auch aufgeschreckt“, schildert Hofbauer im Gespräch mit dem KURIER.

Den Kriminalisten, die den Fall nie ad acta legten, ist er wahnsinnig dankbar. Sie haben ihm die freudige Botschaft vor einigen Tagen überbracht. Demnach sitzen zwei Männer im Alter zwischen 62 und 67 Jahren in Haft. „Ein dritter Komplize ist schon tot“, sagt Hofbauer, der seither „ein wesentlich besseres Gefühl hat“. Der Insider-Tipp für den Überfall auf ihn soll sogar aus dem Ort gekommen sein, erklärt der Pensionist.

Lebenslang für Frösche

Die bisher schlimmste Serie von Home-Invasion in Österreich haben Raubermittler des nö. Landeskriminalamtes geklärt. Die neunköpfige rumänische „Frosch-Bande“ wurde in Wiener Neustadt für zahlreiche Raubüberfälle zu insgesamt 153 Jahren Gefängnis verdonnert. In Deutschland bekamen sechs der acht angeklagten „Frösche“ nun sogar lebenslang. Die Männer hatten auf ihrem kriminellen Streifzug durch Österreich, der Schweiz und Deutschland 2015 in Bayern ein Ehepaar überfallen und den 72-jährigen Mann dabei getötet. Die gefesselte Frau war 52 Stunden neben ihrem toten Partner eingesperrt gewesen.

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