Home Invasion in Amstetten: Einer der Täter erschoss Security
Das Fluchtfahrzeug der Täter versteckt im Wald in Amstetten
Für das 74-jährige Opfer war es ein Martyrium, die psychischen Folgen für die gesamte Familie wirken bis heute nach. Eine Home Invasion in den Morgenstunden des 5. September 2025 in Amstetten geht auf das Konto von drei Schwerverbrechern. Das Landeskriminalamt NÖ hat am Mittwoch neue Details in dem Fall, bei dem auch auf Polizeibeamte geschossen wurde, bekannt gegeben.
18 Jahre Haft für Raubmord
Einer der Täter, ein 58-jähriger Kosovare, hatte bereits eine 18-jährige Haftstrafe wegen Raubmordes verbüßt. Im Jahr 1999 hatte er im Kanton Bern (Schweiz) in einem Spielsalon einen Sicherheitsmann aus nächster Nähe erschossen.
Die sichergestellte Tatwaffe, mit der auch auf die Polizisten geschossen wurde
Haus ausgekundschaftet
Bei dem Überfall in Amstetten wurden die Familie bzw. der Tatort von den drei Tätern bereits tagelang ausgekundschaftet. Nachdem die Männer ins Haus eingedrungen waren, wurde die 74-jährige Hausbesitzerin mit einer Faustfeuerwaffe und einer Eisenstange bedroht. Die Täter hielten das Opfer gewaltsam fest, fixierten bzw. drückten die Pensionistin gegen den Boden und forderten Bargeld.
Anschließend wurde der Wohnbereich systematisch durchsucht. Als die Täter gerade dabei waren, das Opfer mit mitgeführten Kabelbindern zu fesseln, wurden die Männer durch einen Zusteller, der an der Haustüre klingelte, überrascht. Sie verließen fluchtartig das Wohnhaus. Im Zuge der Alarmfahndung konnten Beamte der Polizeiinspektion Amstetten zwei der tatverdächtigen Männer, einen 58-jährigen Kosovaren und einen 55-jährigen Albaner, bei einer Wiese wahrnehmen.
Schüsse auf Beamte
Der 58-jährige Kosovare verschanzte sich hinter einem Busch. Er gab aus dem Versteck aus kurzer Distanz drei gezielte Schüsse mit seiner mitgeführten Faustfeuerwaffe auf zwei Polizisten ab. "Die Männer hatten riesiges Glück und wurden nicht getroffen. Ein Polizist erwiderte mit der Dienstwaffe mit einem Schuss das Feuer", heißt es vonseiten der Landespolizeidirektion NÖ.
Beide Tatverdächtige wurden letztlich festgenommen. Mit Hilfe eines Fährtenspürhundes wurde in der Nähe des Tatortes ein bereit gestelltes Fluchtfahrzeug - ein BMW - verdeckt in einem Waldstück aufgefunden.
Durch intensive Ermittlungen der Raubgruppe des Landeskriminalamtes wurde der dritte, flüchtige Täter wenige Tage nach dem Überfall erwischt. Der 49-jährige kosovarische Staatsbürger wurde am 8. September 2025 in Aschbach lokalisiert und durch die Raubgruppe festgenommen. Dabei konnten die beim Raubüberfall getragenen Schuhe sowie ein hoher Bargeldbetrag sichergestellt werden.
Wie die Ermittlungen ergaben, sind die Verdächtigen auch für eine Reihe anderer Taten verantwortlich. Sie sollen im Sommer 2025 in den Bezirken Melk und Amstetten mehrere Wohnhauseinbrüche verübt haben. Bei den Coups wurde Bargeld, hochpreisige Uhren bzw. Schmuck mit einem Gesamtwert von zirka 125.000 Euro gestohlen.
Bankraub in den USA
Die Männer haben eine schwerkriminelle Vorgeschichte. Neben dem Raubmord bestehen gegen den 58-jährigen Kosovaren kriminalpolizeiliche Vormerkungen in mehreren europäischen Ländern und den USA wegen illegalen Waffenbesitzes, schweren Diebstahls und Hehlerei.
Der 55-jährige albanische Staatsbürger verübte bereits im Jahr 2002 in den USA einen Banküberfall und wurde dort zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem wurde er in Italien wegen Einbruchdiebstahls, Erpressung und organisierter Kriminalität im Jahr 2010 zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt.
Der Prozess gegen das Trio wegen schweren Raubes und Mordversuchs - wegen der Schüsse auf die Polizeibeamten - findet im Frühjahr in St. Pölten statt.
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