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Familie bittet um Spenden: Benjamin braucht ein barrierefreies Zuhause

Benjamin Lausch wird ohne Hilfsmittel nie alleine gehen können. Damit er Zuhause so selbstständig wie möglich sein kann, wird das Haus umgebaut.
Familie Lausch

Bald ist der Tag, der das Leben von Judith und Nikolaus Lausch aus Hollabrunn komplett veränderte, zehn Jahre her: am 11. Juli 2016 wurde ihr Sohn Benjamin geboren. Die Geburt eines Kindes ist für jedes Paar eine Veränderung, doch bei Benjamin verlief es nicht wie geplant: Ein Notkaiserschnitt musste zehn Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt werden.

Benjamin ist ein fröhlicher Bursche, der die unbekannte Besucherin erst einmal vom Sofa aus gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Caroline beobachtet. Beide tauen schnell auf, erzählen von der Geburtstagsfeier, zu der sie eingeladen sind. Der frische Marillenkuchen lockt die Geschwister zum Esstisch. Caroline flitzt die wenigen Meter von der Couch auf ihren Sessel, setzt sich hin und isst den Kuchen. Bei Benjamin dauert es länger: Der Neunjährige krabbelt zum Tisch, seine Mama Judith setzt ihn dann auf den Sessel, denn alleine kann er es nicht. 

Knapp drei Monate auf der Intensivstation

Mit der Diagnose infantile Zerebralparese wurde die frisch gebackene Familie im September 2016 aus dem Krankenhaus entlassen. Benjamin hatte da eine massive Gehirnblutung und fast drei Monate Intensivstation hinter sich - seine Eltern unendliche Momente des Bangens. Die Diagnose bedeutet, dass Benjamin an einer Bewegungsstörung leidet, bedingt durch Hirnschädigung. Gehen ohne Hilfsmittel wird dem Buben vermutlich nie möglich sein, auch seinen rechten Arm kann er nicht benutzen.

Familie Lausch

Vor dem Haus der Lauschs wird eine Rampe errichtet, damit Benjamin mit Rollstuhl oder seinem posterior Walker alleine hinein oder hinaus kommt. Die Baustelle soll im Sommer abgeschlossen werden. 

Als die damals noch dreiköpfige Familie 2017 in das Haus von Judith Lauschs Eltern gezogen ist, wusste sie nicht, was auf sie zukommen wird. Benjamin muss die Stufen hinauf und hinunter getragen, überall hinaufgehoben werden. Das bringt die Eltern nach fast zehn Jahren an ihre körperlichen Grenzen. Also wird umgebaut: „Ich habe das fast drei Jahre geplant“, erzählt Nikolaus. „Einen großen Teil haben wir schon geschafft“, ergänzt Judith. Im Haus gibt es jetzt einen Aufzug, mit dem Benjamin selbstständig die Geschosse wechseln kann - ein Halt führt auch hinaus in den Garten. 

Baustelle vor dem Haus: Rampe wird errichtet

Das Badezimmer im oberen Geschoss, wo auch die Kinderzimmer sind, wurde so umgebaut, dass der Volksschüler mit seinen Hilfsmitteln hineinkommt und genug Platz hat. Die Baustelle ist noch nicht abgeschlossen, eine Rampe zur Haustür wird gerade errichtet, damit Benjamin mit seinem Rollstuhl oder dem Posterior Walker selbst unterwegs sein kann. Beim Interview und beim Rundgang durch Haus und Garten sind die Kinder mit dabei, Caroline kennt sich aus, verrät lachend die besonderen Funktionen des neuen WCs.

Benjamin Lausch

Benjamin Lausch wird im Juli zehn Jahre und ist mit seinem Rolli drinnen flott unterwegs.

Das alles kostet Geld. Allein der Umbau um die 220.000 Euro. „Unser Auto hat uns unvorhergesehen im Stich gelassen“, schildert Nikolaus. Das neue ist größer, hat eine barrierefreie Rampe und kostet weitere 65.000 Euro. „Benjamin hat einen super Indoor-Rolli, der für draußen aber nicht geeignet ist“, spricht Judith von der nächsten Anschaffung, die ansteht: ein Outdoor-Rollstuhl, damit Benjamin auch dort an allem teilhaben kann. „Da fangen wir bei 27.000 Euro an“, kennt Nikolaus die Zahlen. 

Benjamin ist überall mit dabei

„Er soll alles mitmachen können. So sind wir eben, wir wollen ihm alles ermöglichen“, spricht Judith das Fahrrad ihres Sohnes an, das natürlich weit teurer ist als ein normales Kinderrad. Hinzu kommen weitere Hilfsmittel und Therapien, die dem noch Neunjährigen helfen, seinen Alltag selbstständiger zu meistern.

Benjamin geht gern in die Schule, ist kreativ, schreibt mithilfe der Spracheingabe sogar Krimis, in denen Bob der Detektiv Fälle aufklärt, und ist sportbegeistert. Darum fuhr Nikolaus mit seinem Sohn nun erstmals in die Sportarena Wien, dort kann er an verschiedenen Rollstuhl-Mannschaftssportarten teilnehmen. „Es war herzzerreißend, wie sie Benjamin begrüßt und aufgenommen haben, ohne ihn noch zu kennen.“

Spenden für Benjamin

„Aktiv um Hilfe zu bitten, ist sehr schwer“, gibt Judith zu. Ein Freund der Familie ermutigte sie schließlich zu einer Spendenaktion und diverse Hilfsorganisationen, um Unterstützung zu bitten. Dass diese auch kam und Menschen für Benjamin spenden, dafür sind Judith und Nikolaus sehr dankbar. 

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