Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

"Höherer Tarif für Automaten"

"Grüne Zone" bleibt ein Ärgernis für Autofahrer. Der Verkehrsclub rät, mit höherer Parkgebühr Ticketgeräte zu finanzieren.

Eigentlich wollten wir in der Kremser City essen gehen. Nur ist uns bald der Appetit vergangen", sagt Josef Eidler aus Wien, der gemeinsam mit seiner Frau Renate auch ein Haus in Gföhl im Bezirk Krems bewohnt.

Auf der Suche nach einem Parkplatz kam er zum ersten Mal mit der "Grünen Zone" in Kontakt. "So etwas wie in Krems, habe ich noch nie erlebt. Nicht einmal die Info-Stelle konnte mir eine klare Antwort liefern", sagt Eidler, der zornig anstatt erholt nach Hause gefahren ist. "Das verwirrende Parksystem gehört so rasch wie möglich verbessert", betont er, was auch der Verkehrsclub Österreich auf Anfrage des KURIER anmerkt.

Von der Wienerbrücke bis zur Schiffstation in Stein reicht die Zone, in der man einen Tag lang um zwei Euro stehen darf. Was Anrainern freie Stellplätze bringt, ärgert Kunden. "Ich bin eineinhalb Stunden herumgeirrt, damit ich erfahre, wie ich am Südtirolerplatz stehen bleiben kann", schildert Eidler. Keiner habe ihm eine klare Auskunft geben können. Und: "Man braucht beinahe einen Juristen, um im Infofolder die Vorschriften der blauen und grünen Zone zu verstehen", sagt der Wiener. Auf der Suche nach einem Parkautomaten hat er zumindest erfahren, dass es in der Grünen Zone keine gibt.

Günstig

"Wenn die Automaten an der Finanzierung scheitern, macht es Sinn, das fehlende Geld mithilfe einer höheren Tagesgebühr einzuheben", sagt Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclubs Österreich. "Zwei Euro für einen Dauerparkplatz sind sowieso sehr günstig." Gratzer empfiehlt vier Euro pro Tag und als Gegenleistung genügend Parkautomaten in der Grünen Zone. Damit könnte Erna Breith, Vize-Obfrau der Kaufmannschaft, unter einer Bedingung leben, "wenn es eine Möglichkeit für Mitarbeiter gibt, wo sie täglich günstig stehen können." Wünschenswert sei eine Lösung wie die "Sommeraktion" im Parkdeck Bahnzeile, wo ein Tag einen Euro kostet.

Erst vor Kurzem erhielt die Bürgermeisterin Inge Rinke von der Kremser Kaufmannschaft einen Maßnahmenkatalog überreicht, mit dem sich nun die Projektgruppe "Verkehr" befasst. Die Liste werde Punkt für Punkt bearbeitet, erklärt eine Sprecherin im Magistrat Krems.