Chronik | Niederösterreich
15.05.2018

Hochwasserschutz: Seit drei Jahren versprochen, aber nicht gebaut

Dörfer sind knapp an der Katastrophe vorbeigeschrammt und hoffen nun auf Taten der Gemeinde.

Vor drei Jahren ereilte ein Hochwasser Teile der Gemeinde Hollabrunn. Stark betroffen waren damals vor allem die Dörfer Breitenwaida, Puch und Kleedorf. Hohe Sachschäden und tagelange Aufräumarbeiten waren die Folge. Spätestens damals war klar, dass die Gemeinde in Hochwasserschutz investieren muss. „Da waren sich alle einig. Egal, welcher Farbe man angehört“, erklärt SPÖ-Gemeinderat Alexander Eckhardt, der selbst in Breitenwaida wohnt. Gesprochen wird über den Hochwasserschutz aber schon seit gut 25 Jahren.

Versprechungen

Drei Jahre nach dem Hochwasser und viele Versprechungen später, standen die Dörfer am vergangenen Donnerstag knapp vor der nächsten Katastrophe. „Es hat zwar nur kurz geregnet, aber die Wassermassen waren enorm“, erklärt Franz Brandl, ÖVP-Ortsvorsteher von Kleedorf. Gerade der Puchbach, der durch Kleedorf fließt, macht den Bürgern große Sorgen. „Bereits vor drei Jahren war die Rede davon, dass dort die Wege tiefer gegraben werden, um zumindest etwas Wasserablauf zu ermöglichen“, erzählt Eckhardt. Es scheiterte aber an Genehmigungen und einer genauen Planung.

Der Regen am Donnerstag war eine Vorwarnung. Ortsvorsteher Brandl erklärten erneut via Facebook, dass etwas getan werden muss und übte harte Kritik an seinen Parteikollegen im VP-geführten Hollabrunner Rathaus. Die Gemeinde wurde am Tag darauf tätig und begann mit den Grabungsarbeiten. „Wir haben gesehen, dass etwas passieren muss und darum kam die Anweisung damit zu beginnen, auch wenn es keine Genehmigungen gab. Das nehme ich auf meine Kappe“, erklärt VP-Bürgermeister Erwin Bernreiter.

Warum auch die weiteren Baumaßnahmen so lange dauern, erklärt der Stadtchef mit fehlenden Einigungen: „Da geht es um Grundstücke die nicht der Gemeinde gehören. Und wenn die nicht zur Verfügung stehen, können wir nichts bauen.“