Herbert A. war "einsamer, verzweifelter Mensch"

Die Schwester des Opfers erzählt aus dem Leben eines schwierigen Menschen.

Ob die Pflegerin, die ihr Bruder sogar heiraten wollte, eine Mörderin ist, will Christa K. nicht beurteilen. "Ich kann es nicht sagen, ob sie ihn vergiftet hat. Ein einziges Mal habe ich sie gesehen und das war bei seinem Begräbnis. Da ist sie mir nett vorgekommen, ge­sprochen haben wir aber nicht", sagt Christa K., die Schwester von Herbert A.. Der gebürtige Gumpoldskirchner sei kein einfacher Mensch gewesen: "Er war der ganzen Welt böse und sehr jähzornig. Auch mit uns wollte er keinen Kontakt haben. Aber ich glaube, innerlich war ein verzweifelter, einsamer Mensch."

Der Alkohol habe ihn dazu gemacht, ist sich Christa K. sicher: "Das hat schon mit 15 Jahren angefangen. In der Lehre hat er die Überstunden nicht ausbezahlt bekommen, sondern einen Liter Wein. 55 Jahre hat er getrunken", sagt sie und betrachtet wehmütig ein altes Familienfoto, das sie mit ihren Brüdern zeigt: "Es tut mir leid um ihn. Er hat sich von anderen verderben lassen. Dabei hat er aber immer hart gearbeitet und auch immer Geld gehabt. In Schrems hat er sich ein Haus gekauft. Aber wenn man sich von seiner Familie abwendet, ist das nie gut. Bei seinem Begräbnis waren nur sechs Leute, weil er sich mit allen zerstritten hatte."

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( Kurier ) Erstellt am 02.04.2012