Herbergssuche: Aufstieg macht Club obdachlos

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Der Volleyballverein aus Arbesbach spielt nächstes Jahr im Europa-Cup. Der größte Vereinserfolg bringt aber Probleme.

Der Volleyballverein Union Raiffeisen Arbesbach zählt zu den vier besten Mannschaften Österreichs. Das ist sein Problem. Der Top-Klub aus dem Waldviertel schaffte mit dem dritten Sieg gegen Hartberg nicht nur den Aufstieg ins Meisterschaftshalbfinale, sondern löste gleichzeitig ein Ticket für Spiele auf der Europa-Bühne. Im Augenblick des größten Vereinstriumphs tauchen aber neue Probleme auf. Weil die Heimhalle in Groß Gerungs nicht den internationalen Normen entspricht, muss der Dorfverein wieder auf Herbergssuche gehen.

„Es gibt die Vorschrift, die besagt, dass die Halle für alle Spiele im Europacup zumindest neun Meter hoch sein muss“, erklärt die Obfrau Silvia Atteneder. Nicht einmal die Sporthalle Zwettl komme für die Austragung der internationalen Cup-Begegnungen in Frage. „Sie ist nur 7,5 Meter hoch“, betont Atteneder und hofft auf eine Sondererlaubnis der europäischen Volleyball-Liga. Falls auch Zwettl nicht geht, sieht sie die Sporthallen in Horn und Krems als mögliche Austragungsstätten. „Es ist alles eine schwierige Situation, weil wir nicht gerechnet haben, so weit zu kommen“, sagt Atteneder, die auch noch die finanzielle Basis für das Abenteuer Europa-Cup schaffen muss. „Die Halle in Krems ist sicher cup-tauglich“, versichert der Liga-Präsident Peter Kleinmann.

Hilfe

Ob die Arbesbacher aber bei der Herbergssuche in Krems auf offene Türen stoßen werden, ist fraglich. „Grundsätzlich helfen wir gerne aus. Aber das hängt davon ab, wie weit wir selber kommen“, sagt Herbert Gruböck vom Vorstand des UHK-Handballvereins, der die Kremser Sporthalle nutzt. „Wenn wir selber entsprechend aufsteigen, kann ich aus Erfahrung sagen, dass wir über längere Phasen zwei bis drei Mal pro Woche spielen. Bisher haben wir im Europacup mindestens drei bis vier Runden geschafft. Zwar spielen wir nicht immer daheim, aber erstens werden die Spieltermine sehr spät festgelegt, so dass wir sie nur schwer koordinieren können. Und zweitens haben wir dreizehn Jugendmannschaften, die auch trainieren müssen.“

Erstellt am 08.03.2012