© Wolfgang Atzenhofer

Chronik Niederösterreich
07/31/2012

Hausgarage ist unbenützbar

Eine Siedlerin kann ihre Garage im Hauskeller nicht nutzen, weil die Gemeindestraße die Zufahrt nicht erlaubt.

von Wolfgang Atzenhofer

Am Anfang war die ganze Freude am neuen Haus beim Teufel.“ Nach fünf Jahren im schmucken Eigenheim bei Neuhofen/Ybbs, Bezirk Amstetten, kann Ingrid Wurzer ohne Wutausbruch über die kuriose Situation bei ihrer Hauszufahrt sprechen. Die Doppelgarage im Keller des Hauses hat Wurzer in den fünf Jahren noch nie benutzen können. Ihr Wagen würde nämlich, so wie jeder herkömmliche Pkw am Scheitelpunkt der Ausfahrt zur Gemeindestraße aufsitzen.

Schon rein optisch kommt die Zufahrt einem Schildbürgerstreich gleich. Nachdem sie während der Bauzeit nur mit einer leichten Steigung aus der Garage ausfahren konnte, wurde der riesige Einstellraum mit den durch die Gemeinde beauftragten Asphaltierungsarbeiten der Zufahrtsstraße von einem auf den anderen Tag wertlos.

Zusagen

„Mir war zugesagt worden, dass das Straßenniveau um bis zu 20 Zentimeter abgesenkt wird, stattdessen ist es um 50 Zentimeter gehoben worden“, sagt Wurzer. Ein Arbeiter habe sie während der Asphaltierarbeit auf die Situation aufmerksam gemacht. Am Gemeindeamt sei sie aber abgeblitzt. Die Einfahrt hatte plötzlich eine Steigung von 17 Prozent. „Es ist unmöglich alleine die Mülltonne hochzuschieben. Mit Stöckelschuhen ist die Zufahrt kaum zu bewältigen“, beklagt die Neuhofnerin.

Im Kampf um eine Sanierung des offensichtlichen Baufehlers rennt die Siedlerin aber seit einem halben Jahrzehnt gegen Windmühlen an. Statt Hilfe zu bekommen, habe sie vor allem beim Bausachverständigen der Gemeinde brüske Zurückweisungen erfahren. Wurzer: „Der meinte, die Garage sei jetzt eben ein Abstellraum. Ich hätte ohnehin auch ein Car-Port mitgeplant. Der selbe Mann hat aber auch den Plan mit der Garage genehmigt.“ Und auch von Bürgermeister Gottfried Eidler, der zur Bauzeit noch nicht im Amt war, fühlt sich Wurzer im Stich gelassen. Zu ihren Beschwerden bei der Volksanwaltschaft habe die Gemeinde mit langer Verzögerung lediglich schriftlich Stellung genommen. Ein Lokalaugenschein fand nie statt. Ein von Wurzer bestellter Gutachter deckte dagegen eindeutige Baufehler auf.

Ortschef Eidler verweist auf eine positive Stellungnahme des Volksanwalts. „Ich sage dazu nichts mehr“, meint er. Wurzer hat auch Landeshauptmann Erwin Pröll um Hilfe gebeten.

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