Seltener Gast: Ausgesetzter Leguan aus Garten gerettet
Als das scheinbar ausgesetzte exotische Reptil entdeckt wurde, war es völlig abgemagert und dehydriert. Nun hat der Grüne Leguan ein vorübergehendes Zuhause am Assisi-Hof in Stockerau (Bezirk Korneuburg) gefunden.
Nach einer ersten medizinischen Versorgung mit einer Infusion kümmert sich Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof und ein Reptilien-Experte des Österreichischen Tierschutzvereins, seit einigen Tagen intensiv um das exotische Tier: „Der Leguan war bei seiner Ankunft in einem sehr schlechten Zustand. Jetzt geht es vor allem darum, dass das Tier ausreichend Flüssigkeit und Nahrung bekommt und sich stabilisiert“, erklärt er.
Sobald der Leguan wieder vollständig bei Kräften ist, soll er an eine reptilienerfahrene Privatperson vermittelt werden. Vermutlich wird er bis dahin noch etwa zwei Monate am Assisi-Hof verbringen.
Baumbewohner aus Südamerika
Der Grüne Leguan (Iguana iguana) stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. In seiner Heimat lebt er überwiegend auf Bäumen, am Boden ist er normalerweise nur bei der Nahrungssuche oder wenn Gefahr droht unterwegs.
Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Blätter, Blüten, Früchte und junge Triebe. Jungtiere fressen in ihren ersten Lebensmonaten zusätzlich Insekten und andere kleine, wirbellose Tiere. Am Assisi-Hof bekommt der gerettete Leguan derzeit vor allem blattreiches Grünfutter und Wildkräuter, darunter Löwenzahn, Spitzwegerich, Klee und Luzerne. Auch Endivie, Zucchini und kleine Mengen Apfel stehen auf dem Speiseplan.
Der Grüne Leguan kann eine stattliche Größe erreichen und braucht ausreichend Platz.
Haustier Leguan
Ein Grüner Leguan ist aber kein gewöhnliches Haustier: Er kann eine stattliche Größe erreichen und braucht ausreichend Platz, geeignete Temperaturen, Luftfeuchtigkeit sowie eine fachgerechte Ernährung. „Wir wollen für ihn nicht einfach irgendeinen Platz finden. Er soll in Hände kommen, die wissen, was ein Grüner Leguan braucht und ihm langfristig ein artgerechtes Zuhause bieten können“, betont der Österreichische Tierschutzverein.
Auf menschliche Hilfe angewiesen
Der aktuelle Fall zeige auch, dass exotische Tiere niemals ausgesetzt werden sollten: Was für einen Menschen wie eine vermeintlich einfache Lösung wirken mag, kann für das Tier lebensgefährlich werden. Ein nicht einheimisches Reptil ist in Österreich auf menschliche Hilfe angewiesen und kann draußen nur sehr begrenzt überleben. Daher sei es wichtig, sich vor der Anschaffung eines exotischen Tieres genau über dessen Bedürfnisse zu informieren.
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