Enzinger und Krenn sehen Nahverkehr durch ICE-Züge bedroht

© /Katharina Zach

Schwechat
12/16/2014

Grüne fordern S-7-Ausbau

Taktverdichtung oder S70 bis Meidling würde Verbesserungen für Pendler bringen.

von Katharina Zach

Seit Sonntag ist es soweit: Elf ICE-Züge fahren künftig täglich vom Westen kommend über den Hauptbahnhof den Flughafen Wien-Schwechat an. Allein die Pendler haben nichts davon – die Fernverkehrszüge halten naturgemäß nicht am Bahnhof Schwechat. Stattdessen befürchten die Grünen eine Verschlechterung im Nahverkehr. "Mit diesem Projekt zerstören die ÖBB jede Möglichkeit den Verkehr der Flughafenschnellbahn S7 zu verbessern. Ein genereller Viertelstundentakt ist so nicht mehr möglich", ärgtert sich die Grüne Stadträtin Brigitte Krenn.

Vielmehr drohe, vor allem im Frühverkehr, sogar eine Streichung von Zügen auf der S7, wenn wie geplant, ab Dezember 2015 sämtliche Railjets und ICE über diese Strecke geführt werden, meinen Krenn und die Grüne Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger.

"Es fehlt die Prioritätensetzung, der Mut und der Wille zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs", sagt die Landespolitikerin. Die Grünen fordern nun ein Umdenken der Verantwortlichen und sofortige Verhandlungen mit den ÖBB und den Ländern Wien und NÖ – aus Rücksichtnahme auf die Tausenden Pendler. Sie wollen entweder einen Viertelstundentakt auf der S7 erreichen oder die Realisierung der S70, die über den Hauptbahnhof nach Meidling führt. "So könnte man alle 15 Minuten alternierend entweder nach Wien-Mitte oder zum Hauptbahnhof fahren", erklärt Krenn.

"Die Pläne gibt es, das Land müsste sie einfach nur umsetzen", sagt Enzinger, die zuletzt im Sommer Gespräche zu dem Thema geführt habe. Rund 1,7 Millionen Euro müsste das Land in die Hand nehmen um die S70 zu realisieren, etwa die gleiche Summe bräuchte es, um den Takt der S7 zu verdichten. Auch der Ausbau der Park&Ride-Anlage steht im Forderungskatalog der Schwechater Grünen.

Panikmache

Beim Land versucht man zu beruhigen. "Für die Pendler werden keine Züge gestrichen. Das ist Panikmache vor den Wahlen", sagt Florian Liehr, Sprecher von Landesrat Karl Wilfing. Was die S-7-Taktverdichtung betreffe, müsste man die Strecke vermutlich ausbauen, da sie mit den eingebundenen Railjets ausgelastet sei. Auch der Bedarf müsse erhoben werden. "Und es ist ja nicht so, dass es auf der Strecke ein schlechtes Angebot gibt." Die S70 sei jedenfalls Sache der ÖBB, so Liehr. Dort heißt es, dass man für eine Realisierung lediglich eine Bestellung des VOR brauche. Die liege nicht vor.

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