Gföhl: Volksbefragung zu Stupa fix

Eine breite Mehrheit sprach sich Dienstag Abend im Gemeinderat für eine Volksbefragung zur Umwidmung aus.

Jetzt ist es fix. Die Stadt Gföhl im Bezirk Krems wird eine Volksbefragung durchführen. Die Bürger sollen entscheiden, ob das für ein buddhistisches Weltfriedensdenkmal vorgesehene Grundstück im Osten der Stadt – der KURIER berichtete – dafür umgewidmet wird. Auf diese Vorgangsweise hat sich der Gemeinderat gestern Abend geeinigt. Gleichzeitig macht sich erstmals in der aktuellen Diskussion eine Gruppe von Katholiken öffentlich für friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften stark.

Grund für die Befragung ist, dass es auch Widerstand gegen das Projekt gibt. Zwar haben sich die Chefs der zwei größten Gemeinderatsfraktionen, Bürgermeister Karl Simlinger, ÖVP, und Stadtrat Günter Steindl, SPÖ, ebenso wie FP-Stadtrat Siegfried König, grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen. Die Bürgerliste blieb aber skeptisch.

Auswirkung

Das Friedensdenkmal zeigt anscheinend erste Wirkung: VP und SP sind nach anfänglichen Querelen um die Vorbereitung des Projektes wieder näher zusammengerückt und haben einen gemeinsamen Antrag eingebracht: Nämlich, dass eine Volksbefragung über die Umwidmung des Areals stattfinden soll. Die entspricht den Wünschen aller Fraktionen. Nur die Details Umsetzung waren noch umstritten.

 

Vorstoß

Die Idee einer Befragung war ursprünglich vom einzigen freiheitlichen Mandatar Siegfried König ausgegangen. Auch der ist grundsätzlich für das Projekt. Für eine Befragung aber gegen den Stupa ist der Chef der Bürgerliste „Wir für Gföhl“ (WFG), Johannes Pernerstorfer. Der hatte das Stupa-Projekt anfänglich befürwortet, war aber umgeschwenkt. Er fühlt sich von der Stiftung, die den Bau errichten will, falsch informiert und schätzt die wirtschaftlichen Auswirkungen für Gföhl erheblich geringer ein als andere Mandatare.

Zuletzt hatten öffentliche Stellungnahmen von Katholiken aus der Region und eine private Flugblattaktion für Aufregung gesorgt. Die sprachen sich gegen das Bauwerk aus – speziell wegen dessen geplanter Größe und Lage an der Stadteinfahrt. Das Gebäude soll etwa 30 Meter hoch werden – bleibt damit deutlich kleiner als der Pfarrkirchturm.

Nachdem sich der niederösterreichische BZÖ-Chef Ewald Stadler eingeschaltet und gewettert hatte: „Wir bauchen keinen Götzentempel“, haben sich nun sieben bekannte Personen zusammen gefunden und eine öffentliche Erklärung verfasst, die diese Aussage entschieden zurück weist – siehe Zusatzbericht.

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( Kurier ) Erstellt am 13.12.2011