© Walter Paminger

Chronik Niederösterreich
02/28/2012

Gemeinde will in NS-Zeit verlorene Quelle zurück

Perchtoldsdorf – Rechtstreit gegen Stadt Wien soll Besitzverhältnisse klären

Im Kaltenleutgebner Tal geht der Kampf „Wien gegen Niederösterreich“ weiter. Perchtoldsdorf fordert nun ein Quellgebiet auf Wiener Gemeindegebiet zurück.

Die Quelle versorgt einen großen Teil Perchtoldsdorfs mit Trinkwasser, liegt jedoch auf Wiener Gemeindegebiet. Und zwar genau dort, wo ein äußerst umstrittenes Bauprojekt mit mindestens 450 Wohnungen entstehen soll. Im Zuge des Kampfes gegen dieses Vorhaben, sollen jetzt auch die Besitzverhältnisse juristisch geklärt werden.

Seit 1907 verfügt Perchtoldsdorf über eine eigene Wasserversorgung. Die betreffenden Grundstücke von mehr als 5000 Quadratmetern waren von der Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts angekauft worden, um den Schutz der Quellen und damit die Reinheit und Qualität Trinkwassers zu gewährleisten.

Mit der NS-Machtübernahme 1938 wurde die bis dahin selbstständige Marktgemeinde aufgelöst und mit „Groß-Wien“ vereinigt. Damit ging auch das Gemeindeeigentum in den Besitz der Stadt Wien über. Als Perchtoldsdorf 1954 wieder selbstständig wurde, blieb das Quellgebiet auf Wiener Gemeindegebiet und wurde nicht den ursprünglichen Eigentümern zurückgegeben. „Ganz im Gegenteil wurde 1957 das Eigentumsrecht der Gemeinde Wien unter Hinweis auf die Nazi-Gesetzeslage im Grundbuch unter juristisch höchst fragwürdigen Umständen eingetragen“, meint Perchtoldsdorfs Bürgermeister Martin Schuster: „Die Tatsache, dass die Stadt Wien unsere Liegenschaft unter Anwendung nationalsozialistischer Gesetze erworben und nicht gemäß dem 1. Rückstellungsgesetz 1947 zurückgegeben hat, ist sicher eine gesonderte Überprüfung wert“.

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