Chronik | Niederösterreich
04.06.2017

"Geheimrezept" Zufriedenheit

Der Hauben-Gasthof Prankl in Spitz setzt auf Begeisterung und Ausstrahlung seiner Mitarbeiter.

"Amerikaner und Asiaten sind ganz von den Socken, wenn ich ihnen erzähle, dass dieses Gasthaus seit mittlerweile 173 Jahren von derselben Familie betrieben wird", schmunzelt Martin Prankl. Er ist Chef des gleichnamigen Restaurants in der Wachau mit der vielleicht längsten Inhabertradition bundesweit.

"Damals hat ein Vorfahre das Haus gekauft. Seither wird es durchgehend als Gasthaus geführt", sagt Prankl und ergänzt stolz: "Wir sind die siebente Generation und unsere Tochter Christina wird die achte." Dass die 16-Jährige neben der Ausbildung an der bekannten Kremser Hotelfachschule HLF bereits mit großem Einsatz im Betrieb mithilft, macht ihrem Papa, Chef des Familienbetriebes, besondere Freude.

Lage

Der Gasthof im Ortsteil Hinterhaus in Spitz punktet aber nicht nur mit Geschichte und Tradition. Das Ensemble, dass das alte Haus mit der darüber thronenden Ruine Hinterhaus bildet, zählt zu den eindrucksvollsten in der Wachau. Es bietet auch – das ist nicht selbstverständlich – direkten Donaublick, der schon beim Hinsetzen im Gastgarten Atmosphäre aufkommen lässt. "Weil die Hochwasserschutzmauer wegen der Einfahrt zufällig bei uns eine Lücke hat", erklärt Prankl.

Gourmets dürfte aber eher interessieren, wie es um die Küche bestellt ist: Eine Haube ist – seit Jahren – die Bewertung des Hauses Gault Millau. "Das passt gut und soll auch so bleiben. Wir streben nicht nach mehr, sondern wollen dieses Niveau verlässlich halten", betont Prankl.

Sein Rezept dafür? "Das sind eindeutig die Mitarbeiter. Mir ist wichtig, dass sie mit Freude dabei sind. Und dass sie gut über uns reden, wenn uns einer verlässt. Da müssen aber auch die Bedingungen passen. Dann spüren das die Gäste." Auch deshalb lässt er Trinkgeld, das er beim Kassieren bekommt, regelmäßig der Küchencrew zukommen. "Manchmal ist es ein hartes Gewerbe, das man nur mit Freude daran gut machen kann", findet Prankl. Die Küche gibt sich klassisch österreichisch mit asiatischem und italienischem Einschlag. Vegetarisches und Veganes findet sich allerdings immer im Angebot – und es wird auch immer mehr nachgefragt. Vier österreichische Köche stellen her, was die etwa alle drei Wochen wechselnde Karte verspricht. "Ich will keine Verarschung der Gäste haben. Wir machen von den Mehlspeisen bis zum Erdäpfelsalat wirklich alles selber", betont Prankl.

In jüngster Zeit verlangen die Gäste besonders häufig nach den Frischkäseravioli mit Spargel, brauner Butter, Parmesan und Blattsalat. "Ich hätte nie gedacht, dass die so gut gehen", lacht Prankl.

Bei den Nachspeisen gehört aktuell die Schoko-Erdbeerschnitte zu den absoluten Rennern.

Weinauswahl

Während manch anderes Wachauer Restaurant Produkte des eigenen Weinguts forciert, genießt Prankl den freien Einkauf. Hat vom arrivierten Topwinzer bis zum aufstrebende Newcomer immer auch Neues zu bieten.