Gebäude im Grünland sind immer wieder Streitthema in Klosterneuburg

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Chronik | Niederösterreich
03/30/2019

Gebäude im Grünland: Verpachtung statt Verkauf in Klosterneuburg

Der Reihergraben - zwischen Siedlungsgebiet und Wienerwald - sorgt derzeit für Streit in Klosterneuburg.

Eigentlich handelt es sich um ein abseits gelegenes Gebiet, das vom Wald umgeben ist und in einer ruhigen Gegend liegt. Mit dieser Ruhe ist es jedoch im Reihergraben vorbei seit bekannt wurde, dass die Stadt Klosterneuburg (Bezirk Tulln) 20.000 Quadratmeter in diesem Natura 2000-Gebiet verkaufen will.

Ein entsprechender Antrag wurde in der Gemeinderatssitzung am 1. März kurzfristig zurückgezogen. In jener am 26. April soll er erneut vorgelegt werden, mit einer Änderung: Dass der Grund verpachtet wird. In Klosterneuburg hat sich Widerstand gebildet mit einer zugehörigen Petition.

Potentieller Käufer bzw. Pächter ist die eigens gegründete „Reihergraben Immobilien Gmbh und Co. KG“. Befürchtet wurde, dass das Grün- in Bauland umgewidmet wird und die „letzten Pufferzonen zwischen Klosterneuburger Siedlungsgebiet und Wienerwald“ verschwinden, wie Stefan Hehberger von der Plattform „Unser Klosterneuburg“ (PUK) sagte.

Abwasser

Vize-Bürgermeister Roland Honeder (ÖVP) lenkt ein, dass es nur für die „privaten Wohnzwecke“ genutzt werden solle. „Das Problem bei Grünlandnutzungen ist aber: Wie sieht es mit der Abwasserversorgung aus?“, sagt Sepp Wimmer von den Grünen. „Der GmbH-Eigentümer hat vor, einen Kanal zu verlegen. Einerseits bin ich dagegen, dass das Areal verbaut wird, andererseits muss ich für einen Kanal sein, wenn ich eine richtige Abwasserentsorgung will“, fährt er fort.

Die Problematik mit Gebäuden im Grünland bestehe nicht nur im Reihergraben. Knapp 800 Gebäude im Grünland gebe es in Klosterneuburg. Zirka 200 davon seien erhaltenswerte Gebäude im Grünland (GEBs). "Der Unterschied zwischen GEBs und 'normalen' Gebäuden im Grünland ist, dass GEBs einen Erhaltungsstauts haben und die Möglichkeit einer Vergrößerung. 'Normale Gebäude' können bei Einsturz oder Brand nicht mehr aufgebaut werden. Bewohnt können beide werden", erläutert Wimmer. Es müsse ein Umgang damit überlegt werden - auch im derzeit in Ausarbeit befindlichen Entwicklungskonzept für die Stadtgemeinde.