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Chronik | Österreich
03/05/2019

Klosterneuburg: „Gebäude im Grünland als Spekulationsobjekte“

PUK fordert "mehr Sensibiltät im Umgang mit den letzten Pufferzonen zwischen Siedlungsgebiet und Wienerwald".

Die Stadtgemeinde Klosterneuburg (Bezirk Tulln) wollte zirka 20.000 Quadratmeter Wald im Reihergraben verkaufen. Im letzten Moment wurde der Antrag in der Gemeinderatssitzung von der ÖVP zurückgezogen.

„Es gibt mehrere Punkte, die uns stören“, sagt Gemeinderat Stefan Hehberger von der Plattform Unser Klosterneuburg (PUK). Einerseits gehe es darum, dass ein Stück Wald, das am Rande eines Siedlungsgebiets liegt, verkauft werden soll. „Wir fordern mehr Sensibilität im Umgang mit den letzten Pufferzonen zwischen Klosterneuburger Siedlungsgebiet und Wienerwald", führt Hehberger aus.

Fünffaches vom Wert

Käufer wäre die „Reihergraben Immobilien Gmbh und Co. KG“, die erst vor Kurzem gegründet wurde. Eingetragener Gegenstand: „Entwicklung, Verwaltung und Verkauf von Immobilien, insbesondere in Reihergraben“. Und das sei der nächste Punkt: „Unsere schlimmste Vermutung ist, dass die Immobiliengesellschaft das Waldstück kauft, das Grundstück teilt, möglichen Baugrundstücken zuordnet, die Flächen wieder teilt und so die Möglichkeit hat, Doppelhäuser hinzustellen“, sagt Hehberger. Und er ergänzt: „Gebäude im Grünland als Spekulationsobjekte sind in Klosterneuburg keine Seltenheit“. Ein Fünffaches vom eigentlichen Wert sei für das Grundstück geboten worden.

Vize-Bürgermeister Roland Honeder (ÖVP) sagt: „Es bleibt garantiert Wald. Dass es in Bauland umgewidmet wird, geht auch gar nicht. Das Grundstück liegt außerhalb der Siedlungsgrenze." Und auch wenn es innerhalb dieser liege, müsse irgendwo anders - im Sinne der Baulandbilanz - Bauland in Grünland umgewidmet werden, was in Klosterneuburg äußerts schwierig sei. "Es ist ein guter Preis, der für den Steuerzahler bezahlt wird. Der Wald würde sonst nur Kosten verursachen", sagt Honeder.