Gastpatienten: „Hausnummer darf nicht entscheiden“
In der Ketzergasse direkt an der Wiener Stadtgrenze: Bgm. Kö, Patientin Opitz und VP-Abgeordnete Zeidler-Beck (v.l.).
Die Abweisung niederösterreichischer Patienten in Wiener Spitälern sei besonders im Bezirk Mödling ein massives Problem, klagt ÖVP-Landtagsabgeordnete Marlene Zeidler–Beck. „Immer häufiger werden Menschen mit jahrelangen Behandlungsbeziehungen plötzlich nicht mehr aufgenommen – trotz chronischer Erkrankungen.“
Der Bezirk Mödling sei eng mit Wien verwoben, so Zeidler-Beck. „Die Versorgung darf nicht an Landesgrenzen scheitern.“ Das sieht auch Perchtoldsdorfs Bürgermeisterin Andrea Kö (ÖVP) so: „Viele unserer Bürgerinnen und Bürger wurden über Jahre in Wien behandelt – jetzt werden sie hinausgedrängt. Das zerstört Vertrauensverhältnisse.“
Grenzfälle
Als Beispiel nennt sie die Ketzergasse, die Wien von Perchtoldsdorf trennt: „Gleicher Arzt, gleiche Erkrankung. Und dennoch: Auf Wiener Seite ist die Behandlung möglich, auf niederösterreichischer Seite wird die Aufnahme in eine Wiener Klinik verweigert. Die Hausnummer darf nicht über die medizinische Versorgung entscheiden.“
Als betroffene Patientin berichtet Gertrud Opitz aus Gaaden: „Ich wurde für eine Hüftoperation durch den Orthopäden dem Wiener Herz-Jesu-Krankenhaus zugewiesen, welches in einem Schreiben freundlich mitteilte, dass die Behandlung von Patienten mit Hauptwohnsitz in anderen Bundesländern eingeschränkt wird und es zu langen Wartezeiten kommen wird. Ich halte das für sehr befremdlich, denn wir haben alle in das System einbezahlt.“
Kommentare