Klimafitte Gärten: Mit Pflanzen, Bäumen und Wasser gegen die Hitze
im Trockenbeet, vorne der Sonnenhut „Hula Dancer“.
Langanhaltende Hitzeperioden und ausbleibende Niederschläge setzen Gärten und Grünräume zunehmend zu. Deshalb ist eine Anpassung an den Klimawandel besonders wichtig. Wie dies gelingen kann, zeigt die „Natur im Garten“-Erlebniswelt der Garten Tulln anhand zahlreicher Praxisbeispiele. 70 Mustergärten verdeutlichen, dass klimafitte Gärten nicht nur widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit sind, sondern auch die Aufenthaltsqualität erhöhen und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Viele der gezeigten Ideen lassen sich auch im eigenen Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse sowie in öffentlichen Grünräumen umsetzen.
Dass attraktive Pflanzungen auch unter zunehmend heißen und trockenen Bedingungen möglich sind, zeigen verschiedene Beete auf der Garten Tulln. Ein Beispiel ist das „Nie wieder gießen“-Beet im Kletterpflanzengarten. Es steht exemplarisch für klimaangepasste Pflanzungen der Zukunft. Bei der Anlage wurde bewusst ein mageres und durchlässiges Substrat verwendet. Darin wachsen hitze- und trockenheitsverträgliche Stauden wie Prachtscharte, Lavendel, Bergminze und Wüstensalbei. Möglich wird das durch die natürlichen Anpassungsstrategien der Pflanzen: Kleinere Blattflächen und feine Härchen reduzieren die Verdunstung und helfen den Pflanzen so, auch längere Hitze- und Trockenperioden zu überstehen.
Klimafitte Gärten brauchen starke Bäume und gesunde Böden
Auch Bäume spielen eine zentrale Rolle. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und verbessern das Mikroklima. Neben dem Erhalt bestehender Altbäume setzt die Garten Tulln daher auf hitze- und trockenheitsverträgliche Arten wie den Zürgelbaum, die Albizie oder die Hopfenbuche. Entscheidend ist zudem ein gesunder Boden. Entsiegelte Flächen, wasserdurchlässige Beläge, humusreiche Böden und Mulch helfen dabei, Regenwasser aufzunehmen und es länger verfügbar zu machen. Im „Gartenstadt Tulln“-Garten wird das Schwammstadtprinzip zudem anschaulich vermittelt.
Fassaden- und Dachbegrünungen ergänzen diese Maßnahmen. Sie reduzieren die Aufheizung von Gebäuden, speichern Regenwasser und schaffen zusätzliche Lebensräume. Die „Wachsende Wand“ veranschaulicht, wie Begrünung im privaten und öffentlichen Raum das Mikroklima verbessern kann.
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