Fritzl-Keller: Betonfüllung vor Verkauf fix

© Bild: Wolfgang Atzenhofer

Es bleibt beim Plan: Das Verlies muss vernichtet werden, bevor das Haus verkauft wird. Die Behörde prüft die Auffüllung.

So lange das Kellergefängnis in Amstetten, wo Inzestvater Josef Fritzl seine Tochter 24 Jahre gefangen hielt, nicht für immer unzugänglich gemacht worden ist, wird das Haus nicht aus der Konkursmasse verkauft. Mit dieser Aussage kommentierte Masseverwalter Walter Anzböck am Mittwoch verschiedene Medienberichte, dass ein Verkauf des berüchtigten Wohnblocks bevorstehen könnte.

Schon seit dem vergangenen Sommer ist klar: Ein Bauträger ist daran interessiert, das Haus des bankrotten und zu lebenslanger Haft verurteilten Fritzl umzubauen, und darin Wohnungen einzurichten (der KURIER berichtete). Der Käufer wird verpflichtet, dass das neue Objekt in "keinster Weise" dem jetzigen Erscheinungsbild entspricht, erklärte Anzböck.

Flüssigbeton

Anzböck war im Sommer davon abgerückt, das komplette Haus dem Erdboden gleichzumachen. Stattdessen richtete er an die Stadtgemeinde als Baubehörde einen Antrag, wonach der Keller im Sinne des Schutzes der Opfer durch ein spezielles Verfahren mit Flüssigbeton zugefüllt werden soll.

Die Stadt Amstetten lässt derzeit von einem Gutachter prüfen, ob dieses Verfahren für die Statik des Hauses, aber auch für Nachbarobjekte ungefährlich ist. "Die Expertise sollte in der nächsten Zeit fertig sein", kündigte Stadtbauamtsdirektor Manfred Heigl gestern an.

"Ich rechne mit keinen Überraschungen", sagte Anwalt Anzböck. Er denkt, dass der Keller bis Februar 2012 dichtgemacht werden kann und dann einer Veräußerung nichts im Wege steht.

Neuer Anlauf

Auch im Falle des zweiten Amstettner Fritzl-Bauwerks, einer Villa samt Garten in der Waidhofner Straße, sind die Behörden am Zug. "Das Verfahren tümpelt vor sich hin", sagt Anzböck. Hier plante Fritzl mit Partnern ein Bürohaus samt 26 Wohnungen. Das Land lehnte das Projekt in der Hochwasserzone ab. Anzböck erhob Einspruch. Die Nachbarn kündigten Widerstand durch alle Instanzen an. Anböcks Plan, das Bauprojekt als Paket zu verkaufen, dürfte auf Eis liegen. Im Grundbuch findet sich außer Fritzl nur das eingetragene Pfandrecht der NÖ Hypobank. Gestern erklärte Anzböck er wolle das Projekt selbst durchkämpfen.

Erstellt am 05.12.2011