Warum FPÖ-Tierschutzlandesrätin in NÖ den Biber Berti nicht mag

Biber-Maskottchen wirbt in Aufklärungskampagne für Kinder gegen gefährliche Naturgewalten. Landesrätin Rosenkranz rügt deshalb Landwirtschaftsminister Totschnig.
Biber Berti

Den Schutzstatus der von Landwirten gescheuten Wildtiere Wolf, Bär, Biber oder Fischotter zu senken, ist ein Ziel der FPÖ. Deshalb ist jetzt auch das Maskottchen "Biber Berti" ins Visier geraten. 

Niederösterreichs blaue Natur- und Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz sieht es als politischen Fehlgriff von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) an, dass in einer Kampagne für Kinder ausgerechnet ein Biber als Maskottchen für Naturgefahren ausgewählt wurde. 

Schutzkampagne für Kinder

Das Projekt "Biber Berti" wurde von der Wildbach- und Lawinenverbauung, einer Dienststelle des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft sowie Klima und Umweltschutz, ins Leben gerufen. Es soll bei Kindern das Bewusstsein rund um das Thema Naturgefahren stärken. "Berti"  erklärt Naturgefahren im Gebirgsland Österreich und soll zu einer umfassenden Bewusstseinsbildung der Kinder zum Thema Naturgefahren beitragen, wird auf der Homepage des Bundesministeriums berichtet.

Die eigens entworfenen Figuren Biber Berti und seine Freunde sind die gezeichneten Hauptdarsteller, die in den Alpen Abenteuer erleben. Dabei  sind Klimawandel, Hochwässer, Muren, Steinschläge, Felsstürze, Rutschungen oder auch Lawinen die Themen.

Susanne Rosenkranz

FPÖ-Landesrätin Susanne Rosenkranz.

Für Landesrätin Rosenkranz ist Biber Berti aber fehl am Platz, weil sie ihn selbst als Symbol für reale Probleme empfindet.

Kritik am Minister

"Umweltbildung ist wichtig, und komplexe Themen können Kindern auch spielerisch vermittelt werden. Aber ausgerechnet den Biber als freundliche Comicfigur für Naturgefahren zu wählen, während gleichzeitig vielerorts über reale Probleme durch Biberschäden diskutiert wird, ist zumindest bemerkenswert", zeige sich  die Landesrätin in einer Aussendung verwundert.

Vielerorts würden Probleme durch Biberschäden diskutiert, so Rosenkranz. Gerade der Bundesminister für Landwirtschaft Totschnig sollte die Biber-Problematik nicht mit einer "Berti"-Marketingkampagne für rund 17.000 Euro verharmlosen.

Schutzstatus

Der streng geschützte Biber habe sich in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet – mit rund 9.000 Exemplaren in NÖ besonders stark. Seine Bautätigkeit an Gewässern führe immer wieder zu Konflikten mit der Landwirtschaft und Grundeigentümern. Überschwemmte Flächen, beschädigte Böschungen oder unterhöhlte Wege stellten vielerorts eine Herausforderung dar, beklagt die Tierschutzlandesrätin. Entnahmen, also Abschüsse der Biber, würden seitens der EU erschwert oder ganz verunmöglicht.

Ein "Berti Biber" dürfe nicht zur Verharmlosung realer Probleme führen, so die Landesrätin. Rosenkranz: "Nur wenn wir Natur und Menschen gleichermaßen ernst nehmen und nicht verniedlichen, können langfristig tragfähige Lösungen entstehen."

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