Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Baby-Glück während Einsatz: Von der Brand-Katastrophe in den Kreißsaal

Während seine Kollegen weiter gegen die Flammen ankämpften, eilte ein junger Feuerwehrmann ins Krankenhaus zur Geburt seines Kindes.
Feuerwehrmann in Einsatzkleidung hält sein neugeborenes Kind im Krankenhaus in den Armen.

Der Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (NÖ-Bezirk Neunkirchen) war am Samstagvormittag weiter unter Kontrolle. Die Nacht verlief nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos ruhig, „aber keineswegs entspannt“.

Zahlreiche Glutnester wurden mit Drohnen über Wärmebildkameras aufgespürt und nachgelöscht. Ein erneutes Aufflammen des Brandes oder ein Übergreifen auf angrenzende Waldflächen konnte verhindert werden. Die Gefahr sei zwar noch nicht gebannt, der vorsichtige Optimismus der Einsatzleitung habe sich in der Nacht jedoch bestätigt, hieß es.

Die örtlichen Feuerwehren wurden am Samstag durch zusätzliche Kräfte verstärkt, etwa durch Einheiten des Katastrophenhilfsdienstes aus den Bezirken Lilienfeld und Tulln. Der Sonderdienst Waldbrand unterstützte schwerpunktmäßig bei der gezielten Bodenbrandbekämpfung.

Mit der Feuerwehr ins Krankenhaus

Doch nicht nur bei der Brandbekämpfung gab es am Samstag gute Nachrichten. Wie die Feuerwehr Payerbach mitteilte, gab es für einen ihrer Kameraden ein ganz besonderes Erlebnis. Feuerwehrmann Fabian Fuchs war gerade im Einsatz, als ihn plötzlich ein Anruf aus dem Krankenhaus erreichte. Denn bei seiner Lebensgefährtin Birgit stand die Geburt ihres Kindes kurz bevor.

Fuchs wurde mit dem Versorgungsfahrzeug ins Krankenhaus gebracht, wo kurz darauf seine Tochter Anna Lena das Licht der Welt erblickte.

64 Hektar betroffen

Der Großbrand im Föhrenwald war Freitagmittag ausgebrochen und hatte einen Großeinsatz mit über 830 Feuerwehrmitgliedern und elf Hubschraubern erforderlich gemacht. Rund 64 Hektar waren laut Feuerwehr betroffen. Die Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld wurde kurzzeitig evakuiert, weil sich die Flammen in Richtung ihrer Häuser ausbreiteten. Die rund 250 Betroffenen konnten am Abend aber wieder zurück nach Hause. Das Feuer wurde gegen 18.00 Uhr unter Kontrolle gebracht.

Fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten medizinisch an Ort und Stelle versorgt werden, teilte Notruf Niederösterreich in einer Aussendung mit. Vonseiten des Bezirkskommandos hieß es, dass vier Mitglieder leicht verletzt wurden. Die Ursache für das Feuer stand vorerst nicht fest. Betroffen sei ein anderes Gebiet als beim Feuer in der Vorwoche, so Stebal.

Erst in der Vorwoche großer Waldbrand

Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden. Zufahrts- und Einsatzwege müssen „jederzeit freigehalten werden“, wurde betont. „Wer sich unnötig dem Einsatzgebiet nähert, behindert nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern bringt auch sich selbst in Gefahr“, lautete die Warnung.

Erst vergangene Woche hatte sich ein Feuer im Föhrenwald auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Die Flammen waren in der Vorwoche am Mittwochnachmittag ausgebrochen, es dauerte bis Sonntagabend, ehe „Brand aus“ gegeben wurde. Hunderte Feuerwehrleute standen im Einsatz. Verursacht worden sein soll der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik. Das Feuer zählt zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren.

Kommentare