Willkommens-Cafe: Syrer Abo Ghzal mit Familie holt sich hier Rat und Hilfe

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Amstetten
12/01/2015

Flüchtlingsprojekt verbreitet sich wie Franchise-Modell

80 Freiwillige setzen sich für die rasche Integration von 150 Asylsuchenden ein.

von Wolfgang Atzenhofer

Aus der Privatinitiative zu Jahresbeginn wurde eine gut vernetzte Hilfstruppe, die rein auf ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut ist. In der Amstettener Plattform zur Flüchtlingshilfe "Willkommen Mensch" arbeiten nun schon 80 Freiwillige, die sich um 150 Asylsuchende im Stadtgebiet kümmern.

Das Amstettener Projekt hat fast wie ein Franchise-Modell in ganz Niederösterreich seine Kreise gezogen. 25 Gruppen arbeiten schon unter dem Namen "Willkommen Mensch". Jede sei auf ihre individuelle Art und Weise um Wohlergehen und Integration für Flüchtlinge bemüht, sagt der Amstettener Mitgründer Christian Köstler. Als Hilfe zur Selbsthilfe definiert die immer besser organisierte Gruppe (Internet: www.willkommenmensch.at)ihre Dienste. Für diese könne man nur "Danke sagen", meint der Syrer Yousef Abo Ghzal. Er und seine vor einem Monat aus der Heimat nachgezogene Frau mit drei Kindern, werden vom Ehepaar Winninger betreut. Die so genannten Paten, von denen in Amstetten 30 aktiv sind, stellen sich als Begleiter zu Behörden, in Schulen oder zu Ärzten zur Verfügung. Auch als Deutschlehrer sind viele aktiv, andere organisieren Sportmöglichkeiten für Flüchtlinge. "Syrer haben bereits ein Fußballteam gegründet, Afghanen trainieren Leichtathletik", erzählt Köstler.

Treffpunkt

Als wertvolle Chance Probleme zu besprechen, Neuigkeiten zu erfahren und Kontakte zu knüpfen, wird im Amstettener Rathauskeller zwei Mal in der Woche das Willkommens-Cafe geöffnet. Etwa 25 Asylwerber nutzen die Termine regelmäßig. Dort wird über günstige Wohnungen, gespendete Einrichtung oder über Schulen informiert. Manchmal, erklärt Cafe-Organisatorin Edith Pils, herrscht auch Betroffenheit. Etwa zuletzt, als ein junger Iraker nicht mehr zu den Treffen kam, weil er abgeschoben worden war. Im Irak drohe ihm der Tod.

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