30 Flüchtlinge sind seit Montag in der Klosterneuburger Magdeburgkaserne untergebracht.

© /Julia Schrenk

Klosterneuburg
12/01/2014

Flüchtlinge haben Kaserne bezogen

30 Asylwerber kamen vom Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in die Magdeburgkaserne.

von Julia Schrenk, Georg Hönigsberger

"Verlassen Sie das Gelände." Der KURIER-Reporter hatte ohnehin vor dem Tor der Klosterneuburger Magdeburg-Kaserne Halt gemacht. In kurzen Sätzen gibt der Security-Mitarbeiter zu verstehen, dass er kein Interesse an einem ausführlichen Gespräch hat. "Es kommt kein Bus." Als eine Minute später doch der Reisebus mit den ersten Flüchtlingen aus der Erstaufnahmestelle Traiskirchen aufs Kasernengelände rollt, ist noch ein kurzes "Arschloch" zu vernehmen, das der freundliche junge Mann einem Fotografen hinterherbellt.

Winterquartier

Montagnachmittag bezogen die ersten 30 Flüchtlinge – darunter vier Männer, ansonsten Familien – Quartier in der Klosterneuburger Magdeburgkaserne. Montagvormittag wurden die Flüchtlinge vom Innenministerium über den Umzug informiert. Im Laufe der Woche soll die Kaserne dann voll ausgelastet sein. Zwischen 100 und 150 Flüchtlinge sollen dort für sechs Monate Quartier beziehen. Per Verordnung, die von 1. Dezember 2014 bis 31. Mai 2015 gilt, wurde die Kaserne zum Notquartier umfunktioniert. Maximal 30 Tage sollen die Flüchtlinge dort bleiben, dann sollen sie in dauerhafte Quartiere übersiedeln.

Laut Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, soll dadurch vor allem das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen entlastet werden. Auch die Turnsäle der Polizei, in denen zuletzt Asylwerber untergebracht wurden, sollen wieder geräumt werden. Der Dienstleister ORS übernimmt die Betreuung der Flüchtlinge. Die Stadtgemeinde will zusätzlich Streetworker der Caritas einsetzen und den Flüchtlingen mit bezahlten Hilfsarbeiten eine "sinnvolle Beschäftigung" geben.

Solidarität

Die Hilfsbereitschaft im Ort ist groß. Lehrer haben angeboten, beim Deutsch lernen zu helfen, Ärzte haben ihre Unterstützung zugesagt. In der Gemeinde wurde eine eigene Koordinationsstelle für die Hilfsleistungen geschaffen ( 02243/444-415). Vor allem Kleidung und Kinderspielzeug sind erwünscht.

Auch in der Nachbarschaft heißt man die Flüchtlinge willkommen, wenn auch mit einer gewissen Skepsis: "Vor allem die älteren Menschen haben Bedenken", erzählt ein Anrainer aus der Donaustraße, der ungenannt bleiben will. Lange sei nicht klar gewesen, wer da schlussendlich einziehen werde. Das sieht auch Maximilian Hladil ähnlich. Er wohnt in der angrenzenden Aufeld-Siedlung: "Natürlich muss man helfen, diese Menschen sind aus dem Krieg geflüchtet. Aber etwas mehr Information vorher hätte nicht geschadet."

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