Fischgenuss Müllerin-Art

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Foto: KURIER/Markus Foschum Das Fischrestaurant von Susanne Kühn in der alten Mühle Dornau

Wo seit Jahrhunderten Mehl gemahlen wurde, serviert Susanne Kühn heute feinen Fisch.


Den Bach gibt es noch, die Mühle klappert aber nicht mehr. An die lange Tradition erinnert aber noch vieles: vom dekorativen Mühlrad im Hof über die Backöfen in der Gaststube bis hin zum Namen – Mühlsteinstube. Hinter der denkmalgeschützten Fassade verbirgt sich ein Geheimtipp für Freunde frischen Fisches. Von der KURIER-Freizeit übrigens zu einem der besten Fischlokale Ostösterreichs gekürt.

Herrin am Herd ist Susanne Kühn. Dorthin fand sie aber erst im zweiten Bildungsweg: "Ich bin gelernte Müllermeisterin, das Kochen habe ich mir selbst beigebracht." Und das kam so: Ihr Vater, Georg Kühn, übernahm 1967 den traditionsreichen (siehe Zusatzbericht) Betrieb, "und ich war von klein auf bei ihm in der Mühle. Meine beiden Schwestern haben sich nicht dafür interessiert und so habe ich die Fachschule in Wels besucht und die Meisterprüfung abgelegt, damals war ich die jüngste Müllermeisterin Österreichs."

"Susi, koch doch bitte"

1996 übernahm sie den Betrieb, doch die goldenen Zeiten für das Müllerhandwerk waren vorbei. Als kleines Zubrot wurde in der Mühle regelmäßig ein Markt abgehalten, auch mit Fischen aus den Teichen vom benachbarten Gut Dornau. "Ich habe schon immer gut und gerne gekocht und irgendwann kam die Bitte, ob ich nicht den Fischgrill übernehmen könnte. Also hab ich die Konzessionsprüfung für Gastgewerbe abgelegt", erinnert sich Kühn. Parallel zum Mühlenbetrieb wurde anfangs einmal im Monat zu Tisch gebeten. Bis dann vor 13 Jahren die Mühle aufgegeben und das Augenmerk der Gastronomie geschenkt wurde. "Das war eine gute Entscheidung", sagt Kühn. Jetzt wird wöchentlich von Freitag bis Sonntag sowie am Donnerstagabend aufgekocht.

… Das Ambiente ist einzigartig. In der Gaststube, die in der ehemaligen Bäckerei untergebracht ist, stehen noch alte Backöfen, der Schankraum war mal der "Hendlstall vom Opa". Zum Rauchen muss man vor die Tür gehen, Zwangsbeschallung aus dem Lautsprecher gibt es auch keine, in der Küche fehlen Mikrowelle und Fritter. "Durchgestylte Lokale gibt es genug. Alle Fische kommen vom Nachbarn und sind deshalb auch ganz frisch. Das ist die perfekte Symbiose", sagt Kühn. Die den Laden in Familienkooperation schupft. Die Mutter, die Schwestern und zwei Nichten helfen mit.

Perfektes Karpfenfilet

Eine gute Köchin sollte man nie nach ihren Küchengeheimnissen fragen, der KURIER tat es trotzdem. Wie bereitet man Fisch perfekt zu? "Es gibt kein großes Geheimnis. Die Pfanne muss ganz heiß sein, bevor man die Karpfenfilets einlegt. Dazu etwas Olivenöl und rund acht Minuten braten. Ich verwende kein spezielles Fischgewürz, sondern nur Salz", erklärt Kühn. "Entscheidend ist einfach die Frische der Fische."

Serviert werden Klassiker wie Forelle, Saibling und Karpfen, manchmal auch Stör oder Huchen. Auch die Beilagen, die man im Baukastensystem mit dem Fisch kombinieren kann, kommen aus der Region, das Gemüse teils sogar aus Eigenanbau. "Nur selbst angeln geh ich nicht, da würden die Gäste verhungern", sagt Susanne Kühn lachend.www.muehlsteinstube.at

(kurier) Erstellt am
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