Fiasko beim Roten Kreuz: Bezirksleitung in Wiener Neustadt abgewählt
Beim Roten Kreuz in Wiener Neustadt rumort es kräftig. Eigentlich sollte am vergangenen Freitag in einer routinemäßigen Wahl die Bezirksstellenleitung für die kommenden fünf Jahre neu besetzt bzw. verlängert werden. Daraus wurde allerdings nichts, die Wahl endete für die Einsatzorganisation in einem unerwarteten Fiasko.
Stefan Koppensteiner, in seinem Brotberuf Leiter des Bezirksgerichtes Neunkirchen, ist seit 15 Jahren ehrenamtlich Bezirksstellenchef beim Roten Kreuz in Wiener Neustadt. Für ihn setzte es am Freitag eine herbe Enttäuschung, nachdem das bestehende Kommando regelrecht abgewählt wurde.
Wie von der NÖN berichtet, war von den insgesamt 466 Wahlberechtigten am Freitag nur ein Bruchteil zum Urnengang gekommen. Es gab insgesamt nur 67 abgegebene Stimmen, davon entfielen auf den Wahlvorschlag mit Koppensteiner an der Spitze 29. Die übrigen 38 Wahlberechtigten stimmten gegen diese Liste. Damit muss nun eine interimistische Leitung vom Landesverband bestellt werden, ehe neu gewählt wird.
Zweite Liste wollte kandidieren
Im Vorfeld der Wahl war es bereits zum Versuch gekommen, das bestehende Kommando auszubooten. Neben der Liste um Stefan Koppensteiner und seine Stellvertreterin Sabina Doria - sie ist Vizebürgermeisterin in Lanzenkirchen - hatte sich eine Gruppe junger Rot-Kreuz-Mitarbeiter formiert. Mit Gabriel Graggober an der Spitze, wollten sie gegen Koppensteiner und Co. zu einer Kampfabstimmung antreten.
Man einigte sich aber schließlich beim Wahlvorschlag auf eine gemeinsame Liste. Der Plan sah vor, dass das junge Team aufgebaut und mit den Aufgaben der Bezirksstellenleitung betraut wird. Die Idee wäre gewesen, dass Koppensteiner die Bezirksstellenleitung während der Periode geordnet übergibt.
Soweit kommt es nun nicht. Eine für den 11. April bereits anberaumte Klausursitzung muss ebenfalls abgesagt werden. Woran es lag, dass nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten zum Urnengang kam, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Da letztlich nur eine Liste angetreten ist, ist man vermutlich davon ausgegangen, dass die Wahl reine Formsache ist.
"Nachdem die zur Wahl stehende Liste an der Bezirksstelle Wiener Neustadt keine Mehrheit erhalten hat, muss neuerlich eine Wahl abgehalten werden. Aktuell werden alle notwenigen Schritte in der Landesverbandszentrale erarbeitet und die interimistische Leitung geklärt", hieß es am Montag auf Anfrage beim Rotkreuz-Landesverband NÖ. Wesentlich dabei sei, dass die täglichen Aufgaben und Dienstleistungen der Bezirksstelle ganz normal weitergeführt werden und der Dienstbetrieb in keiner Weise betroffen ist, betont Sprecherin Sonja Kellner.
Sobald eine neue Liste feststeht, werden die Wahlen unter Einhaltung der Fristen und formalen Vorgaben entsprechend abgehalten, so das Rote Kreuz.
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