Feuerinferno durch Silvesterrakete: Polizei hat Spur zu Verdächtigen
Großbrand in einem Einfamilienhaus in Langenrohr
Von dem schmucken Einfamilienhaus ist nichts mehr übrig, es muss zur Gänze abgetragen werden. Mit einem Schlag hat Familie Ottmann aus Langenrohr im Bezirk Tulln ihr gesamtes Hab und Gut verloren – bei einem Großbrand, ausgelöst durch eine fehlgeleitete Feuerwerksrakete.
Während im Zuge einer Spendenaktion in der Marktgemeinde eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst wurde, laufen die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache auf Hochtouren. Der öffentliche Fahndungsaufruf nach fünf Jugendlichen, die auf dem Feld neben dem Wohnhaus am 2. Jänner Feuerwerkskörper zündeten und damit den Großbrand ausgelöst haben sollen, zeigte Wirkung.
Großbrand in einem Einfamilienhaus in Langenrohr
Mittlerweile soll sich ein Rechtsanwalt als Vertreter der gesuchten Jugendlichen bei der Polizei gemeldet haben. Die Gruppe gilt als Verursacher des Feuerinfernos. Der angerichtete Sachschaden macht mehrere hunderttausend Euro aus.
Nachbarn hatten ein Handyvideo von den Jugendlichen gemacht. Die Aufnahmen zeigen, wie diese nach dem Zünden von Pyrotechnik auf dem angrenzenden Feld davonliefen.
Höchste Alarmstufe
213 Feuerwehrfrauen und -männer standen bei dem darauf folgenden Großbrand stundenlang im Löscheinsatz. Weil das Wohnhaus bereits beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte in Vollbrand gestanden war, musste die höchste Alarmstufe B4 ausgerufen werden. Wegen Einsturzgefahr konnten keine Atemschutztrupps ins Innere vordringen. Die Löscharbeiten konnten unter Atemschutz ausschließlich von außen durchgeführt werden.
Das Einfamilienhaus, ein Carport, ein Auto sowie ein Nebengebäude sind laut Polizeiangaben zur Gänze nieder- beziehungsweise ausgebrannt. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Häuser konnte durch den beherzten Großeinsatz der Löschmannschaften gerade noch verhindert werden.
Abriss unumgänglich
Die Ermittlungen von Brandsachverständigen ergaben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit "eine fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst“ als Ursache. Eine der Feuerwerksraketen dürfte im Bereich des Carports eingeschlagen und das Feuer dort ausgelöst haben. Nachdem sich der Anwalt der gesuchten Gruppe bei der Polizei gemeldet hatte, entwickelte sich der Fall weiter. Seit dem Dreikönigstag laufen weitere Erhebungen und Befragungen durch die Polizei Tulln.
Spendenkonto
Da das Gebäude nicht mehr zu retten war und die Brandruine abgerissen werden muss, steht die Familie von einem Tag auf den anderen ohne Dach über dem Kopf da. Derzeit sind die Betroffenen bei Familienangehörigen untergebracht.
Die Marktgemeinde Langenrohr hat ein Spendenkonto (IBAN: AT81 3288 0000 0063 1903; Marktgemeinde Langenrohr „Spenden Fam. Ottmann“) eingerichtet, um schnelle und unbürokratische Hilfe zu ermöglichen. Die Unterstützungsbereitschaft sei enorm, heißt es vonseiten der Gemeinde.
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