Femizid in NÖ: Mord an 36-Jähriger schockiert Gemeinde
Frauenmord in Niederösterreich: In Wilfersdorf im Bezirk Mistelbach hat ein 47-jähriger Mann gestanden, einige Tage zuvor seine 36-Jährige Lebensgefährtin erdrosselt zu haben.
Die Polizei fand Dienstagabend die Leiche der deutschen Staatsbürgerin in einem Erdkeller.
Das Einfamilienhaus in Wilfersdorf, in dem die Polizei die Leiche der 36-jährigen Frau im Erdkeller entdeckte.
Haus durchsucht
Stefan S. hatte sich Dienstagabend einem Bekannten anvertraut. Er erleichterte sein Gewissen und gab zu, seine Freundin nach jahrelangen Streitigkeiten erdrosselt zu haben. Die Tote versteckte er an seiner Adresse in Wilfersdorf in einem Keller.
Nachdem der Bekannte des Mannes die Polizei eingeschalten hatte, wurde das Haus noch Dienstagabend durchsucht. Dabei fand man die Leiche der 36-Jährigen, bestätigt der Leiter des Landeskriminalamtes NÖ, Stefan Pfandler gegenüber dem Kurier.
Tatortspezialisten sicherten noch in der Nacht die Spuren. Die Tat selbst liegt schon Tage zurück. Der Verdächtige war umfassend geständig und wurde wegen Mordverdachts in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.
Die Eingangstür zum Haus wurde polizeilich versiegelt.
Mit Messer bedroht
Laut den Angaben des Tatverdächtigen hatte es vor sechs Tagen einen heftigen Streit zwischen dem Paar in dem kleinen Einfamilienhaus gegeben. Der 47-jährige hat gegenüber den Ermittlern behauptet, dass er dabei von der Frau mit einem Messer bedroht und attackiert wurde. Angeblich mit zwei Messerstichen in den Rucken. „Es finden sich zwei leichte Ritzer in der Haut am Rücken des Mannes“, so ein Kriminalist.
Das Opfer habe er dann im Kampf mit einem Seil erdrosselt und in dem alten Erdkeller abgelegt. Dort wurde Dienstagabend auch die Tote gefunden.
An der Adresse des Paares hatte es zuvor laut Polizei bereits Einsätze wegen Streitigkeiten und häuslicher Gewalt gegeben. Es war auch bereits zu Wegweisungen gekommen. Auch wegen Suchtgift-Delikten war das Paar bereits bekannt.
Der Erdkeller, in dem die Leiche der Frau gefunden wurde.
Lokalaugenschein
In der Nachbarschaft kannte man das Paar, das im vergangenen Sommer hergezogen war. Engen Kontakt hatte man allerdings keinen. "Wir haben ihn öfter gesehen, wenn er mit dem Hund spazieren gegangen ist", schildern Bewohner. "Er war immer freundlich." Mit seiner Partnerin hingegen soll es zu Konflikten gekommen sein; sie soll auf eine Jugendliche losgegangen sein. Außerdem führte ein Streit des Paares bereits zu einem Polizeieinsatz.
Doch auch, wenn das Verhältnis zu den Nachbarn des unscheinbaren Miethauses nicht das beste war, ist man sich einig: "Das wünscht man niemanden." Der Polizeieinsatz habe gestern Nacht gegen 22 Uhr begonnen, bis in die frühen Morgenstunden waren die Ermittler vor Ort und sollen säckeweise Gegenstände aus dem Haus geholt haben. Mittlerweile ist die Tür versiegelt.
Vor dem Schlafzimmerfenster einer Nachbarin wurde die Leiche der Frau aus dem Keller geholt. "Dieses Bild kriege ich nicht mehr aus dem Kopf", sitzt ihr der Schreck noch tief in den Knochen. Dass es in einem kleinen Ort wie Wilfersdorf zu der Tat kommen konnte, ist für die Bewohner noch immer unbegreiflich.
Die Spuren der Polizeiarbeit vor Ort.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
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