Streit um Fußballplatz in NÖ: Feldhamster sorgt für neue Zweifel
Hier soll der Fußballplatz entstehen.
Der Fund eines toten Feldhamsters auf dem Gelände der geplanten Fußballanlage für den SC St. Pölten an der Weiterner Straße in der Landeshauptstadt sorgt weiter für Diskussionen.
Die Bürgerinitiative IG Kremserberg sieht darin ein weiteres Argument gegen den umstrittenen Standort und fordert ein ergebnisoffenes Naturschutz- und Artenschutzverfahren. Der Feldhamster ist in Österreich streng geschützt.
Anrainer üben Kritik
Die Anrainer kritisieren, dass der Standort aus mehreren Gründen ungeeignet sei. Neben der Nähe zu Wohngebieten, der Verkehrserschließung und den Kosten führen sie insbesondere naturschutzrechtliche Bedenken ins Treffen. Der Fund des streng geschützten Tieres könnte nach Ansicht der IG Auswirkungen auf das Genehmigungsverfahren haben.
Besonders kritisch sieht die Bürgerinitiative die Arbeiten auf dem Feld Mitte Juli. Nach ihren Angaben sei das Areal großflächig gemäht und gehäckselt sowie teilweise mehrere Zentimeter tief bearbeitet worden. Dadurch stelle sich die Frage, ob die Erhebung des Feldhamsterbestands fachgerecht erfolgt sei. Die Initiative fordert eine unabhängige und vollständige Untersuchung nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik.
Der Fund des toten Tieres sorgt für Aufregung.
Auf KURIER-Anfrage betont die Stadt, dass sämtliche Arbeiten ordnungsgemäß durchgeführt worden seien. „Die durchgeführten Arbeiten erfolgten als notwendige Vorarbeiten eines naturschutzfachlichen Gutachtens in Abstimmung mit dem Sachverständigen für die Erhebungen, welche vor Ort stattfinden.“
Zudem will die IG von den Behörden wissen, wie sichergestellt werde, dass mögliche Vorkommen geschützter Arten ordnungsgemäß erhoben und die durchgeführten Arbeiten behördlich überprüft werden. Man befürchte, dass unzureichende Erhebungen Auswirkungen auf ein späteres Artenschutzverfahren haben könnten.
Die Gegner der geplanten Sportanlage haben inzwischen auch die NÖ Umweltanwaltschaft über den Feldhamsterfund informiert.
Gutachten in Auftrag gegeben
Laut Stadt wurde bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, ob sich auf den betroffenen Grundstücken ein Lebensraum des Feldhamsters befindet. Ein Ergebnis liegt bislang noch nicht vor.
„Nach der jüngsten verfügbaren Erhebung aus dem Jahr 2021 wurden im gesamten Stadtgebiet rund 30 aktuelle oder erst vor Kurzem nachgewiesene Vorkommen des Feldhamsters dokumentiert“, heißt es aus dem Rathaus.
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