Chronik | Niederösterreich
27.02.2015

Fast 65.000-mal heulten die Sirenen

2014 war ein Jahr der Katastrophen. Die Feuerwehren standen nicht nur auf heimischen Boden im Einsatz.

Es waren vor allem vier Schauplätze, die den nö. Feuerwehren 2014 alles abverlangt haben. Die Eiskatastrophe im Waldviertel war dabei der größte Einsatz auf heimischem Boden. Aber auch in Slowenien standen die Helfer im Eiseinsatz, in Bosnien galt es die Folgen einer Jahrhundertflut zu bewältigen. Massive Unwetter in Österreich forderten zusätzlich Manpower und technische Schlagkraft der Silberhelme aus NÖ. Insgesamt verzeichneten die Feuerwehren im Vorjahr 64.691 Alarmierungen - das entpricht einem Einsatz alle acht Minuten.

"Gerade weil das Feuerwehrwesen in Niederösterreich so gut funktioniert, werden die Einsätze fast schon als Selbstverständlichkeit gesehen", sagt Landeshauptmann Erwin Pröll. Dass sich mehr als 98.000 Männer und Frauen in den Dienst von 1640 Feuerwehren und 89 Betriebsfeuerwehren stellen, sei aber alles andere als selbstverständlich.

1.953 Menschenleben

Insgesamt waren die Freiwilligen im Vorjahr 8,4 Millionen Stunden im Einsatz und haben dabei 1.953 Menschenleben gerettet. Die Anforderungen an die Feuerwehrleute würden ständig größer, so Pröll: "1,3 Millionen Stunden für Aus- und Weiterbildung sprechen eine deutliche Sprache." Und der Landeshauptmann betont: "Die freiwilligen Feuerwehren sind die wichtigste Versicherungspolizze, die wir im Land haben." Durch die Einsätze im Ausland seien die Retter aber auch Botschafter für die Leistungsfähigkeit Niederösterreichs.

"Was es für die öffentlichen Budgets bedeuten würde, wenn diese Einsatzstunden nicht freiwillig geleistet würden, will ich mir gar nicht ausrechnen", sagt Pröll. Darüber hinaus hätten die Feuerwehren auch eine sozialpolitische Dimension: "Sie geben 5500 Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und das Rüstzeug fürs spätere Leben."

"Die Katastrophen werden mehr", sagt Landesfeuerwehrchef Dietmar Fahrafellner. "Das werden wir bei unseren künftigen Investitionen berücksichtigen." Dass zu Jahresbeginn 2014 in Slowenien 29 große Stromaggregate eingesetzt werden konnten, gebe diesen Überlegungen Recht. "Wir haben aktuell 33 Großstromaggregate und werden in diesem Bereich auch weiter investieren, um bei Blackouts helfen zu können."

Dem Vorurteil, die Feuerwehren kämen über eine Einsatzdauer von drei Tagen, bevor sie durch andere Kräfte - etwa das Heer - abgelöst werden müssen, nicht hinaus, erteilt Fahrafellner eine Absage: "Wir haben in Slowenien und Bosnien bewiesen, dass das nicht stimmt."