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Kampusch
04/19/2016

Fall Kampusch: Neue Verschwörungstheorie rund um den Tod Priklopils

Laut Medienberichten stellt ein neues Gutachten den Selbstmord in Frage.

Zehn Jahre nach dem Entführungsfall Kampusch und dem Tod ihres Entführers Wolfgang Priklopil sorgt laut Spiegel ein neues Gutachten für Diskussionsstoff.

Eingereicht wurde es demnach von Karl Kröll, dessen verstorbener Bruder Franz Kröll die Sonderkommission Kampusch geleitet hatte.

Kröll hatte bereits Anfang des Jahres im Zusammenhang mit dem Ableben des Kampusch-Entführers Priklopil bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Mordverdacht eingebracht. Dieser Verdacht soll nun laut Spiegel durch das Gutachten der Rechtsmediziner Johann Missliwetz und Martin Grassberger untermauert werden. Dieses belege, dass der damals zuständige Rechtsmediziner "versäumte, zwischen Selbst- und Fremdtötung zu differenzieren".

Die Oberstaatsanwaltschaft bestätigte der APA den Eingang.

"Das Gutachten enthält einen Zirkelschluss, nämlich, dass 'unter Bedachtnahme auf die aktenkundige Vorgeschichte' ein Suizid vorgelegen haben soll", urteilen die österreichischen Rechtsmediziner Johann Missliwetz und Martin Grassberger. Das rechtsmedizinische Gutachten zum Tod von Wolfgang Priklopil aus dem Jahr 2006 sei "somit wertlos".

Neues Buch

Unterstützung erhält Kröll von Johann Rzeszut, ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs in Wien und Mitglied der Evaluierungskommission, die das Innenministerium zur Aufdeckung möglicher Ermittlungspannen im Fall Kampusch beauftragt hatte. Dass gerade jetzt wieder Verschwörungstheorien zum Tod Priklopils aufkommen, könnte auch damit zusammenhängen, dass demnächst ein Buch von Johann Rzeszut erscheinen soll, in dem er die Suizid-Theorie in Frage stellt.

Verschwörungstheorien rund um den Fall Kampusch gab es in letzter Zeit immer wieder (der KURIER berichtete). Der damalige Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl, sieht keinen Zweifel am Selbstmord von Priklopil: "Das Erhebungsergebnis ist wasserdicht, dazu stehe ich." Anderl erklärte dem KURIER, dass der Fall von österreichischen Erhebungsbeamten gemeinsam mit Beamten des amerikanischen FBI und des deutschen Bundeskriminalamtes noch einmal genauestens untersucht wurde und deren Ergebnisse auch von einer Kommission mit Mitgliedern aus Wissenschaft und Justiz evaluiert wurden.

Man geht davon aus, dass sich Priklopil am Tag der Flucht von Natascha Kampusch das Leben nahm, indem er sich vor einen Zug warf.

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