Auch die Nordautobahn war Thema zwischen Hašek und Pröll.

© NLK/Filzwieser

regionalpolitik
10/16/2013

Fachhochschule ohne Grenzen

NÖ und Tschechien kooperieren in der Bildung. Südmähren kämpft weiter für Autobahnausbau.

von Matthias Hofer

Die künftige Bundesregierung Österreichs steht noch nicht, in Tschechien entscheiden Wahlen in wenigen Tagen, wie es weitergeht. Für die Regionalverantwortlichen sind das aber keine Gründe, die Arbeit einzustellen: Das beweist das Treffen von Landeshauptmann Erwin Pröll mit seinem südmährischen Gegenüber, Michal Hašek, am Mittwoch in Mikulov im Kreis Südmähren.

Im Bildungsbereich werden die bilateralen Bande enger geknüpft. „Wir werden eine grenzüberschreitende Fachhochschule einrichten“, kündigt Pröll an. Die Universität Brünn und die FH Krems werden in Sachen Lebensmitteltechnologie und -management sowie Landwirtschaft kooperieren.

Katastrophenschutz

Enger zusammenarbeiten will man auch beim Katastrophenschutz. Der Austausch von Hochwasser-Daten ist bereits realisiert. „Das hat dazu geführt, dass wir im Juni an der March deutlich geringere Probleme hatten“, sagt Pröll. Jetzt sollen weitere Barrieren beseitigt werden: „Wir wollen die Mitglieder der Blaulichtorganisationen in der Sprache schulen.“ Die Kooperation im Katastrophenfall soll sich so verbessern.

Ein wichtiges Thema sprach Kreishauptmann Hašek gleich zu Beginn des Arbeitstreffens an: „Ich muss mich entschuldigen, dass sie immer noch nicht auf der neuen Autobahn hierher fahren konnten.“ Mittlerweile verhandle er die Thematik mit dem sechsten Verkehrsminister. „Aber für uns hat das nach wie vor absolute Priorität.“ Pröll ließ Hašek wissen, dass auf österreichischer Seite die Nordautobahn A5 „mit dem Jahr 2017 an der Staatsgrenze“ stehen werde: „Schließlich ist ausgebaute Straßeninfrastruktur der wichtigste Faktor für eine gute wirtschaftliche Entwicklung.“ Hašek, dem gute Chancen nachgesagt werden, in die tschechische Bundespolitik aufzurücken, sagte zu, sich auch künftig für einen raschen Autobahnausbau stark zu machen.

Am Rande des Treffens kam auch das heikle Thema Energiewirtschaft zur Sprache. Pröll interessierte sich für den Stand der Dinge in Sachen Atommüll. Eine mögliche tschechische Endlagerstätte in Grenznähe verunsichert derzeit die Bevölkerung in und um Laa/Thaya. „Ich habe deponiert, dass – sollte die Lagerstätte kommen – wir alle rechtlichen Möglichkeiten dagegen ausschöpfen werden“, informiert der Landeschef. Bei Hašek läuft er mit dieser Ankündigung offene Türen ein: Auch der Kreishauptmann steht hinter seiner Bevölkerung und lehnt das Projekt ab.

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