Chronik | Niederösterreich
31.05.2017

Ex-Vizebürgermeisterin starb im Feuer

Feuerwehrmann zog die 73-Jährige aus den Flammen, ihre Verletzungen waren aber zu schwer

In der Waldviertler Gemeinde Kautzen im Bezirk Waidhofen an der Thaya sitzt vielen Menschen der Schock in den Knochen. Eine ihrer engagiertesten Gemeindebürgerinnen verlor auf tragische Weise ihr Leben. Sie wollte Montagnachmittag auf einer Wiese nahe der Ortschaft Gartenabfälle verbrennen. Dabei stürzte die 73-jährige Waltraud Kolar, ehemalige Vizebürgermeisterin und Lehrerin, ins Feuer. Obwohl sie von einem zufällig vorbeifahrenden Feuerwehrmann noch aus den Flammen gezogen werden konnte, erlag sie kurze Zeit später im Wiener AKH ihren schweren Verbrennungen.

Der Unfall geschah gegen 16.30 Uhr auf einem Grundstück der Familie außerhalb des Ortes. Dort hatte die Frau alleine das Feuer entzündet. Laut Polizei hatte sie an dieser Stelle, wie schon früher immer wieder, abgefallene, dürre Zweige zusammengerecht und verbrannt. Dabei ist sie gestürzt.

Der 45-jährige Zeuge, der bei der örtlichen Feuerwehr tätig ist, alarmierte die Rettungskräfte und begann sofort mit der Erstversorgung. Einige seiner Kameraden unterstützten ihn dabei, während andere das Feuer löschten, das auf eine Wiese übergegriffen und eine Fläche von 400 Quadratmetern in Brand gesetzt hatte.

Der Notarzthubschrauber Christophorus 2 brachte die Frau ins Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Wien, doch für die Pensionistin kam jede Hilfe zu spät. Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, soll eine Obduktion klären. Laut Polizei ist eine mögliche Erklärung, dass die Frau zu Boden sank, weil ihr übel wurde.

Betroffenheit

"Alle sind tief betroffen, einige von uns hatten die Frau in der Schule als Lehrerin", sagt Feuerwehrkommandant Harald Blei. Auch Bürgermeister Manfred Wühl ringt um Worte: "Sie war früher Vizebürgermeisterin und in mehreren Vereinen engagiert, vom Museumsverein bis zum Sportverein." Besonders im ’Lebenden Museum’, das Einblicke in den früheren Alltag gibt, hatte Waltraud Kolar mitgewirkt. Obfrau Elisabeth Hruska kann den Tod ihrer Stellvertreterin noch gar nicht fassen.

"Meine Frau war eine umsichtige Mutter, liebte die Natur und war ein engagierter Öffentlichkeitsmensch. Erst kürzlich hat sie den Verschönerungsverein reaktiviert", sagte ihr Witwer Edwin Kolar.

30-Jähriger verletzt

Kurz nach 19 Uhr kam es am Montag zu dem Unglück in Atzenbrugg, Bezirk Tulln. Ein 30-Jähriger führte im überdachten Außenbereich einer Werkstätte Arbeiten an einem Pkw durch. Dabei wurde der Benzintank entleert.
Als der Mann in die Montagegrube hinabstieg, soll es zu einer Explosion und in Folge zum Brand gekommen sein. Dieser setzte den gesamten Bereich unter einem Flugdach, wo Maschinen und Brennholz gelagert waren, in Vollbrand.
Als Brandursache wird die Verpuffung eines Benzin-Luft-Gemisches durch eine vorerst unbekannte Zündquelle angenommen, heißt es seitens der Feuerwehr. Der 30-Jährige aus dem Bezirk Tulln reagierte laut der Feuerwehr Atzenbrugg geistesgegenwärtig und konnte sich aus eigener Kraft aus der dramatischen Situation retten. Er wurde mit schweren Brandverletzungen vom Notarzthubschrauber „Christophorus 3“ ins AKH nach Wien geflogen.

Insgesamt acht Feuerwehren mit rund 120 Mann waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Das Feuer griff auf die Lagerhalle und eine angrenzende Scheune über; ein Wohnhaus konnte vor den Flammen gerettet werden.
Um das Brand vollständig löschen zu können, musste der gesamte Lagerbereich geräumt werden. Gegen 22 Uhr war die Feuerwehr, die gegen extreme Hitzeentwicklung ankämpfen musste, mit ihrer Arbeit fertig.