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Chronik Niederösterreich
09/05/2019

Ex-Staatssekretärin will die Donauuferbahn retten

Christa Kranzl hat einen möglichen Betreiber für die stillgelegte Strecke gefunden. Kosten: rund 11 Millionen Euro.

von Johannes Weichhart

40 Minuten redet Christa Kranzl über ihre neue Herzensangelegenheit. Die Gemeinderätin aus Persenbeug-Gottsdorf wünscht sich eine Revitalisierung der Donauuferbahn. Das Projekt, betont sie gleich mehrmals, habe nichts mit den Gemeinderatswahlen im Jänner zu tun, es gehe ihr vielmehr um den Klimaschutz.

Während Kranzl ihr Vorhaben präsentiert, werden derweil die letzten Reste der Bahnstrecke abgetragen. Die Strecke, um die es geht, führt von Emmersdorf in das oberösterreichische Sarmingstein. Seit 2010 sind hier keine Züge mehr unterwegs, die ÖBB hatten damals den Betrieb eingestellt. Die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) übernahm schließlich die Bahnstrecke, im Zuge einer Machbarkeitsstudie wurde aber ein Weiterbetrieb ausgeschlossen. Erhalten geblieben ist nur das Teilstück zwischen Krems und Emmersdorf.

Nun hofft Kranzl auf ein Comeback. „Für die Region wäre das eine große Chance. Denn jene Strecken, die in Österreich revitalisiert wurden, haben sich bislang als großer Erfolg erwiesen“, betont sie.

Betreiber gefunden

Die ehemalige SPÖ-Staatssekretärin präsentierte am Mittwoch auch schon einen möglichen Betreiber. Friedrich Macher, Geschäftsführer der Grampetcargo Austria GmbH, gilt laut eigenen Angaben als Spezialist, wenn es um Gesamtlösungen im Bereich der Schienenlogistik geht. „Im Wiederbeleben von stillgelegten Bahnstrecken sind wir Profis“, sagt Macher. Die möglichen Kosten für ein derartiges Projekt beziffert Christa Kranzl mit rund elf Millionen Euro.

Symbolischer Preis

Seitens der NÖVOG wird betont, dass derzeit der gültige Auflassungsbescheid bis zum Jahresende vollzogen werde. „Daran sind wir natürlich gebunden“, betont Sprecherin Katharina Heider-Fischer. Danach könne über eine mögliche Übernahme sehr wohl gesprochen werden, vermutlich sogar um den symbolischen Preis von einem Euro. „Der neue Betreiber müsste dann aber natürlich auch seinen Rechten und Pflichten nachkommen“, so die Sprecherin. Ob es dazu kommt, bleibt offen.