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Ex-Abt von Altenburg wird der neue Dompropst von Wiener Neustadt

Der emeritierte Abt des Stiftes Altenburg, Thomas Renner, wird neuer Dompropst von Wiener Neustadt. Erzbischof Josef Gründwidl hatte bereits vor Tagen Gespräche geführt, um Thomas Renner vom Waldviertel nach Wiener Neustadt zu holen.
Große Kirche mit zwei hohen Türmen, rotem Dach und Spielplatz im Vordergrund an einem sonnigen Tag.

Der 55-Jährige folgt damit Franz Xaver Brandmayr (70) nach, der in Zukunft als Rektor das Österreichische Pilger-Hospiz in Jerusalem leiten wird.Thomas Renner ist studierter Theologe und übte im Stift Altenburg in den vergangenen 36 Jahren mehrere Funktionen aus. Zuletzt war er drei Jahre lang Prior und zwölf Jahre lang Abt des Benediktiner Stiftes im Waldviertel. Nach dem Auslaufen der Amtszeit und überraschenden Unstimmigkeiten im Konvent nahm der gebürtige Wiener nun die Einladung von Erzbischof Josef Grünwidl an, die Seelsorge in Wiener Neustadt zu übernehmen. Sein Nachfolger als Administrator des Stifts ist seit März 2026 P.Albert Groiß.

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Der emeritierte Abt des Stiftes Altenburg, Thomas Renner

Volksnaher Pfarrer

Thomas Renner ist als volksnaher Pfarrer bekannt, der im Waldviertel im Laufe der Jahre mehrere Stiftspfarren betreute und in Volksschulen und Gymnasien 30 Jahre lang als Religionslehrer tätig war. Für seine 26-jährige Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr in Röhrenbach wurde er erst kürzlich ausgezeichnet, als Gründungsmitglied der Musikkapelle Altenburg ist er noch heute deren stellvertretender Obmann. Vor zwei Jahren wurde Thomas Renner von Diözesanbischof Alois Schwarz zum Konsistorialrat ernannt. Er ist Mitglied des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem und Vorstandsmitglied der Stiftung Opferschutz. Sein Abgang wird im Waldviertel vielfach bedauert.

Wechsel nach Jerusalem

Dass Franz Xaver Brandmayr nach Jerusalem geht und dort das Hospiz übernimmt, war in der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz entschieden worden. Die Leitung war vakant, weil der langjährige Rektor Markus Stephan Bugnyár im Oktober 2024 vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn plötzlich wegen des Vorwurfs eines schwerwiegenden Fehlverhaltens dienstfrei gestellt worden war. Das Pilger-Hospiz ist dem jeweiligen Erzbischof von Wien als Protektor unterstellt.

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Franz Xaver Brandmayr (70) wechselt von Wiener Neustadt nach Jerusalem.

Der Wechsel ins Heilige Land – offiziell ist am 1. September Dienstantritt – ist der nächste Auslandseinsatz von Franz Xaver Brandmayr. Bevor er in Wiener Neustadt 2020 die Dompfarre übernommen hatte, leitete der Geistliche als Rektor das Päpstliche Institut Santa Maria dell’Anima in Rom. Dieses ist das Seminar für jene katholischen Priesteranwärter, die in Rom ihre theologischen Studien vertiefen wollen. Franz Xaver Brandmayr hatte sich dort einen Namen gemacht, weil er die dazugehörige Kirche innen neu gestaltet hatte.

Innerkirchlich hatte Brandmayr gleich bei mehreren Seligsprechungsprozessen eine wichtige Rolle gespielt. Etwa bei Petrus Pavlicek, Hildegard Burjan und Kaiser Karl I. Derzeit ist der Propst, der auch als Geistlicher Assistent der „Kaiser Karl-Gebetsliga für den Frieden der Völker“ wirkte, noch in Wiener Neustadt. Diese Woche steht ja noch ein wichtiges Event auf dem Programm: der Domheurige vom 4. bis 7. Juni. Dieser Heurige im Garten der Propstei zählt zu den beliebtesten Veranstaltungen in Wiener Neustadt. Zuletzt verrichtete dort auch immer wieder der Propst als Kellner seinen Dienst.

Wiener Neustadt ist eine besondere Pfarre, die einst von 1469 bis 1785 sogar eine eigene Diözese gewesen ist. Diese wurde allerdings durch Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI. aufgehoben und an ihrer Stelle in St. Pölten eine Diözese für die beiden westlichen Landesviertel Niederösterreichs errichtet.

Anlässlich der Wiederbesetzung der Pfarre verlieh Kaiser Leopold II. – er war als Landesfürst der Patron der Dompfarre Wiener Neustadt – 1792 der Pfarre die Propsteiwürde, wohl auch ein wenig als Ausgleich für den verlorenen Bischofssitz. Seither heißt sie „Propstei- und Hauptpfarre“.

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