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Ermittlungen um tote Schweine: Bereits im Vorjahr 150 Tiere erstickt

Die Missstände in einem Mastbetrieb im Bezirk Amstetten werfen weiter Fragen auf. Bereits im Vorjahr dürften 150 Tiere verendet sein.
Nahaufnahme vom Rüssel eines Schweins.

Im Fall jenes Mastbetriebes im Bezirk Amstetten, in dem Hunderte verendete Schweine gefunden worden waren, sind die Ermittlungen am Mittwoch weiter im Gange gewesen. Auf dem Hof waren im Vorjahr bereits 150 Tiere nach einem Lüftungsausfall erstickt, bestätigte Niederösterreichs Landesveterinärdirektorin Christina Riedl im Interview mit dem ORF. In dem Betrieb wurden im Juli 400 tote Schweine entdeckt. 1.000 weitere fehlen. Kannibalismus wurde nicht ausgeschlossen.

Über 6.000 Kontrollen werden laut Riedl in Niederösterreich auf landwirtschaftlichen Betrieben jährlich durchgeführt. Insgesamt gebe es rund 36.000 Unternehmen. Vorgegangen werde nach einem allgemeinen, jährlich erarbeiteten Kontrollplan. Größere Betriebe, jene mit mehreren unterschiedlichen Tierarten oder jene, bei denen es in der Vergangenheit bereits Auffälligkeiten gegeben hatte, werden laut Riedl öfter stichprobenartig überprüft. Dazu kommen noch Verdachtskontrollen.

Fall „äußerst bedrückend“

Der Fall aus dem Bezirk Amstetten sei für sie „äußerst bedrückend“, sagte Riedl. Nach Beschwerden über Verwesungsgeruch waren in dem Betrieb am 24. Juli laut Polizei 400 verendete bzw. zum Teil bereits verweste Schweine entdeckt worden. 88 Tiere lebten noch und wurden auf umliegende Betriebe aufgeteilt. Die Auswertung der An- und Verkaufslisten ergab einen „Fehlbestand von etwa 1.000 Tieren“. Aufgrund von in dem Betrieb aufgefundenen Knochen könne Kannibalismus nicht ausgeschlossen werden.

Der Landwirt, der den Hof im Mostviertel alleine geführt hatte, dürfte psychische Probleme gehabt und die Schweine seit mehreren Monaten nicht gefüttert haben. Er wird wegen Tierquälerei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Der Betrieb wurde behördlich geschlossen. Weitere Konsequenzen sowie ein Tierhalteverbot werden laut Bezirkshauptmannschaft geprüft.

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