Entwerter könnten reaktiviert werden

Seit 1. Jänner sind die Entwerter in Niederösterreich endgültig abgedreht © Bild: KURIER/Markus Foschum

Niederösterreich.Nach Protesten wird geprüft, ob Geräte im Wiener Umland wieder "zwicken" dürfen.

Dass das Ende des "Zwickens" in Niederösterreich derart viele Reaktionen hervor rufen würde, hätte man beim Verkehrsverbund Ostregion (VOR) wohl nicht erwartet. Doch seit mit 1. Jänner 2017 Wiener Streifenkarten (wie die 8-Tage-Klimakarte oder die 2-Fahrten-Seniorenkarte) an Bahnhöfen im Wiener Umland nicht mehr entwertet werden können, wird der Ruf nach einem Comeback für das "Zwicken" immer lauter. Und das könnte es nun sogar geben.

Die Resonanz auf Berichte im KURIER war groß. Tenor: Die Streifenkarten sind in Wien weiter erhältlich und gültig, nur in der Praxis für Öffi-Nutzer aus dem Umland nicht mehr verwendbar. Denn das Aus für die Entwerter außerhalb von Wien brachte mit sich, dass Bahnkunden aus NÖ bei der Reise in die Bundeshauptstadt die Streifenkarten nicht mehr bei Fahrtantritt entwerten können. Die Alternative, an der Kernzonengrenze auszusteigen, die Streifenkarte zu entwerten (in Wien gibt es ja weiter Entwerter) und dann weiterzufahren, ist offensichtlich wenig praktikabel.

Alternativen in Prüfung

Wie der KURIER berichtete, wollen VOR und ÖBB reagieren und prüfen derzeit, ob und wie man eine Entwertung etwa mittels Handy erreichen könnte. Dieses neue System sollte einfach und "zeitgemäß" sein. Auf jeden Fall wird die Entwicklung aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. 2017 darf man daher nicht mit einer Inbetriebnahme rechnen. Auch zweifeln manche daran. "Unsere Mobiltelefone können außer Telefonieren und Uhrzeit anzeigen gar nichts. Eine Entwertung mit dem Handy ist für uns also keine Lösung. Es kann doch kein großes Problem sein, die Entwerter rund um Wien wieder in Betrieb zu nehmen", schreibt ein KURIER-Leser.

Die Idee könnte umgesetzt werden. Nach dem Motto "Sag niemals nie" wird eine Reaktivierung der Entwerter in NÖ überlegt. VOR-Sprecher Georg Huemer dazu: "Der VOR prüft derzeit gemeinsam mit der ÖBB, inwiefern weiterhin Entwerter an einzelnen Bahnhöfen im Umland Wiens bedarfsgerecht bestehen bleiben können. Und sei es als Überbrückung bis zum Inkrafttreten der bereits diskutierten zeitgemäßen, langfristigen Lösung. Immerhin gibt es offenkundig weiterhin ein Bedürfnis einiger Fahrgäste in diese Richtung, das wir mit den neuen Tageskarten (noch?) nicht vollständig abdecken können."

( kurier.at ) Erstellt am 08.02.2017