© Sascha Trimmel

Chronik Niederösterreich
08/03/2012

Entschleunigung mit Natur und Kultur

Zwischen insgesamt 26 Vorstellungen im Kurort bleibt der Schauspielern Ulrike Beimpold auch Zeit zum Genießen.

von Patrick Wammerl

Sigmund Freud, den Vater der Psychoanalyse, zog es regelmäßig zur Erholung auf die Raxalpe. Otto von Habsburg erblickte 1912 in der Villa Wartholz am Fuße der Rax das Licht der Welt. Reichenau im südlichen Niederösterreich hat als Nobelkurort eine lange und bewegte Geschichte. Seine Hochblüte erlebte der Sommerfrische-Ort in der österreichisch-ungarischen Monarchie, als es die honorige Gesellschaft in Scharen nach Reichenau zog. Das Gebiet rund um den Kurort ist  bedeutsam für die Wasserversorgung – aus Kaiserbrunn stammt ein Teil des Wiener Trinkwassers, das über die Wiener Hochquellwasserleitung seit 1873 in die Bundeshauptstadt fließt.

Bekannt geworden ist Reichenau aber vor allem durch Kunst und Kultur. Besonders im Sommer wird der Ort durch die Festspiele, die heuer zum 25. Mal stattfinden, zum Anziehungspunkt für Tausende Gäste.

Kaum eine Schauspielerin kennt die Region so gut wie Ulrike Beimpold. Seit 1990 spielt die Wienerin in Reichenau, das sie als "künstlerische Hochburg" bezeichnet. Ihr Debüt gab die Aktrice in Schnitzlers "Anatol" als Annie im "Abschiedssouper". Eine Figur im Schlosspark zeigt die Annie, die sie einst verkörperte. "Ich habe mit 26 Jahren hier das erste Mal gespielt und die Geschichte des Ortes verfolgt. Ich kenne die Gebäude, wie  verfallen sie waren und in welchem Glanz sie heute erstrahlen", sagt sie mit einem Funkeln in den Augen. Die Beziehung zu Reichenau ist eine ganz intensive und besondere. "Ich bin sehr verbunden mit der Natur. Das Wasser, das hier entspringt ist jenes, das ich in Wien trinke." Tagsüber sitzt die Schauspielerin gerne am Ufer der Schwarza, um ihre Texte zu studieren und dabei dem Rauschen des Flusses zu lauschen.

Im Laufe der Jahre hat sie eines gelernt: Sich selbst "zu entschleunigen", wenn sie  von der Autobahn herunterfährt und in den  malerischen Ort  Reichenau kommt. "In der heurigen Saison sind es 26 Vorstellungen. Das Hin- und herfahren nach Wien stresst ungemein. Deshalb habe ich mir hier eine Wohnung genommen. Nach einer Woche habe ich geschlafen wie eine Prinzessin."

Reichenau ist für Beimpold ein Ort der Begegnungen: Zum einen besuchen Bekannte und Freunde die Vorstellungen und zum anderen ist man mit vielen Schauspiel-Kollegen am selben Platz, die man sonst nicht trifft. Lieblingsplatzerl hat die Darstellerin eine ganze Reihe in Reichenau. "Aber einen zu nennen und den anderen nicht, wäre unfair", schmunzelt die Akteurin, die heuer als Josephine in Nestroys "Frühere Verhältnisse" auf der Bühne steht.

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