Eltern zu Anmeldung ermahnt

"Vielleicht überlege ich es mir ja, wenn es sich der Herr Minister so sehr wünscht, und studiere doch", schmunzelt Strasser über den Brief.
Foto: Gilbert Weisbier

Eine fehlende Einleitung in einem Massenbrief führte zu Missverständnissen und lässt die Hotline des Wissenschaftsministeriums heiß laufen.

Franz Strasser aus Jaidhof, Bezirk Krems, hat persönliche Post bekommen und ist erstaunt: Er möge sich rechtzeitig an der Uni anmelden, egal, ob er ein neues Studium antritt oder die Fachrichtung wechselt, ermahnt ihn Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. "Eigentlich hatte ich gar nicht mehr vor, zu studieren", schmunzelt der 52-jährige Versicherungsangestellte, "aber wenn der Herr Minister unbedingt will, könnte ich mir ja eine Richtung überlegen."

Beschwerden

Nicht alle der 280.000 Empfänger eines derartigen Briefes reagieren so gelassen und humorvoll wie Strasser. Die angegebene Hotline ist seit Tagen dauerbesetzt, viele schimpfen oder kritisieren harsch, dass für so einen Blödsinn Geld ausgegeben wird. Beamte wiederholen indessen am Telefon mit Engelsgeduld immer wieder dieselbe Erklärung: "Nein, Sie sind nicht persönlich gemeint, sondern Ihre Kinder."

Das ist aber aus dem Schreiben - es ging an Empfänger von Familienbeihilfe mit Kindern im passenden Alter - nicht gleich herauszulesen. Anscheinend habe jemand - so hört man inoffiziell - eine Einleitung vergessen, die genau das erklärt. Nämlich, dass man die Eltern angeschrieben hat, weil man die Adressen der Kinder nicht kennt.

Wege

"Wir haben verschiedene Wege gewählt, zu informieren, dass man sich heuer erstmals bis 31. August voranmelden muss. Der Brief ist nur einer davon, mit dem wir möglichst viele potenziell Betroffene erreichen wollten. Wir möchten vermeiden, dass jemand, der beispielsweise nach der Matura Zivildienst oder ein Auslandsjahr macht und danach ein Studium beginnen möchte, enttäuscht ist. Wenn er oder sie nämlich, wie bisher üblich, im Herbst inskribieren will, wird es wahrscheinlich zu spät sein, weil dann alle Plätze bereits vergeben sind", erklärt Elisabeth Kroneder von der Pressestelle den von vielen Eltern auch positiv empfundenen Ansatz des Wissenschafts- und Unterrichtsministeriums.

(kurier) Erstellt am
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