Eklat beim Tullner Perchtenlauf

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Ein 16-jähriger Zuschauer griff einen Krampus an und verletzte ihn. Der Perchtenlauf wurde abgebrochen.

Hobby-Krampusse leben in Tulln gefährlich: Donnerstagabend wurde ein zotteliger Geselle beim Perchtenlauf am Hauptplatz tätlich angegriffen. Eine Perchtengruppe aus Hollabrunn sorgte mit Kettengerassel und Drohgebärden für Nervenkitzel. Dazu gehören auch angedeutete Schläge mit „Peitschen“ aus Pferdehaaren auf die Beine der Schaulustigen.

Ein 16-jähriger Bursch aus dem Bezirk Tulln dürfte dies als aggressiven Akt aufgefasst haben: Er ging auf den 32-jährigen Krampus los. „Erst hat er mir ins Gesicht geschlagen, dann hat er mich an Haaren und Hörnern gepackt und runtergezerrt“, schildert Alexander Rausch, Obmann des Hollabrunner Vereins Dionysos Pass. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes trennten die beiden; ein Vertreter der Stadt verhängte ein Platzverbot über den Jugendlichen und beendete die Veranstaltung vorzeitig. Beide Streithanseln werden angezeigt. Der Heimlauf am Samstag in Hollabrunn fällt für den Krampus-Obmann aus. „Ich habe Schmerzen im Nacken.“

Fahndung

Auch in Salzburg reißen die Unfälle bei Krampus-Umzügen nicht ab. Am Marienfeiertag kam es wieder zu einem Zwischenfall. Wie schon am Montag in Zell am See war auch am Donnerstag das Mitglied einer Kramperl-Gruppe das Opfer.

Beim Umzug im Stadtteil Maxglan rüttelte ein Unbekannter bei einer 36-Jährigen der „Radecker Pass“ so sehr an der Hexen-Maske, dass die Frau verletzt wurde. Ihr Kopf wurde ruckartig verdreht, die Salzburgerin erlitt eine schwere Zerrung an der Halswirbelsäule. Der Täter konnte bisher nicht ausgeforscht werden.

„Ich glaube, dass dies nicht böswillig geschehen ist. Aber die Zuschauer wissen nicht, wie eingeschränkt das Gesichtsfeld unter der Maske ist. Wir werden versuchen, den Täter an Hand von Fotos ausfindig zu machen“, sagt Obmann Oliver Hingsamer. Es war dies seit vergangenem Wochenende bereits der vierte Zwischenfall bei einer Krampus-Veranstaltung in Salzburg.

Erstellt am 10.12.2011