22 Wagemutige schwammen in der eisigen Ybbs gegen Kraftwerk an

Dreikönigsschwimmen in der Ybbs
Trotz der Eiseskälte außerhalb und im Wasser ging das Dreikönigsschwimmen in Amstetten mit guter Beteiligung über die Bühne.

Bei einer Außentemperatur mit etlichen Minusgraden und einer Wassertemperatur der Ybbs von 1,5 Grad hatte es das erste Bad im neuen Jahr in sich. Trotzdem wagten am Dienstagnachmittag beim traditionellen Dreikönigsschwimmen in Amstetten 22 Wagemutige ins Wasser. Rund 200 Schaulustige fröstelten bei dem Spektakel mit.

Eisschwimmer in Amstetten

An die 200 Schaulustige feuerten die "Öko-Schwimmer" an.

So eröffnete Bürgerinitiative Pro Ybbs (BI) die Badesaison am Dreikönigstag. Damit möchte die Bürgerinitiative auf den Wert natürlicher Lebensräume hinweisen. 

Spaß und Selbstüberwindung

"Freude an der Sache, die Selbstüberwindung und Unterstützung der Aktion, war eine gelungene Mischung, die allen sichtlich Spaß machte“, schilderte der Obmann der BI Jonathan Hochstöger.

Wie berichtet, wird das Dreikönigsschwimmen seit mehr als zwei Jahrzehnten als Protestaktion gegen das von der EVN bei Ferschnitz und St. Georgen/Ybbsfelde geplante Flusskraftwerk "Hohe Brücke“ veranstaltet. Die Ybbs sei der bestuntersuchte Fluss in Niederösterreich, so die BI. 

Untersuchungen

Diese Untersuchungen zeigen den Wert vielfältiger natürlicher Strukturen und die Notwendigkeit, dem Verlust der Vielfalt entgegenzuwirken. Flüsse spielen eine entscheidende Rolle in der Erhaltung der Artenvielfalt und als Rückzugsgebiet vieler bedrohter Arten.

Intakte Flusslandschaften mit ihrer hohen Reinigungskraft im Wechselspiel mit dem Grundwasser sichern eine gute Trinkwasserqualität. Flüsse mit ihren natürlichen Au-Flächen bieten zudem sehr guten passiven Hochwasserschutz, begründete die BI ihre Aufforderung an die EVN die in langwierigen Behördenverfahren steckenden Kraftwerkspläne fallen zu lassen.

Renaturierung 

Das zwischen LIFE-Projekten zur Renaturierung der Ybbs geplante Kraftwerk stehe im massiven Widerspruch zu den Zielen des dortigen Natura-2000-Gebietes, bestärkte Hochstöger. Dieses würde durch einen neuen Stauraum empfindlich gestört und die Chance auf eine letzte freie Fließstrecke im Unterlauf der Ybbs wäre vertan, behaupten die Umweltaktivisten.

Hochstöger zum Dreikönigsschwimmen: "Pro Ybbs setzt sich mit dieser Aktion für weitere sensible Maßnahmen an der Ybbs ein, um dem Fluss bei der Renaturierung zu unterstützen.“


 

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