Einstieg ohne Pauken und Trompeten

Einstieg ohne Pauken und Trompeten © Bild: Wolfgang Atzenhofer

In ihren ersten 100 Tagen als Bürgermeisterin gab Ursula Puchebner, SPÖ, der Opposition wenig Grund für Kritik.

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Nach Ablauf der in der Politik üblichen Schonfrist muss Ursula Puchebner keine Angst haben, dass sie die politischen Mitbewerber jetzt besonders torpediert. Sprecher der anderen Parteien haben an der Stadtchefin und SP-Obfrau wenig auszusetzen.

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KURIER:Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten Monaten als Bürgermeisterin gemacht?

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Ursula Puchebner: Es ist eine ungeheure Vielfalt mit der man konfrontiert wird. Und es ist ein großer Unterschied, ob man als Vize in der zweiten Reihe steht, oder ganz vorne arbeitet. Es macht Spaß, vor allem lernt man ständig neue interessante Menschen kennen. Vieles habe ich so erwartet, aber ich lerne ständig dazu.

Ist der Arbeitsaufwand bewältigbar?

Zu Beginn hatte die Woche 60 bis 70 Stunden. Ich musste mich in viele Dinge einlesen, dazu fanden die Kulturwochen und dann die Weihnachtsfeiern statt.

Von der Opposition gab es Lob über die Art, wie das Budget verhandelt wurde.

Transparenz war mir wichtig. Die Situation für das heurige Jahr ist schwierig genug. Wir haben vorsichtig budgetiert, ich fürchte aber, dass am Ende die Vorsicht nicht übertrieben war und heuer nichts übrig bleibt.

Gleich zu Jahresbeginn gab es mit dem neuen Citybus-Konzept eine wichtige Erneuerung. Wie sind die Reaktionen?

Es ist eine große Umstellung. Ich glaube, dass die Citybusse und die Anruftaxis gut angenommen werden. Wir bekommen viele Reaktionen. Ein halbes Jahr werden wir jetzt den Betrieb und die Anliegen der Gäste sammeln und prüfen.

Gibt es viele Beschwerden?

Es muss klar sein, dass wir nicht auf jeden Einzelwunsch reagieren können. Aber sollte Anliegen gehäuft auftreten, wird man nach einer Lösung suchen. Irritiert waren wir, dass der Verkehrsverbund just zum Start unseres Bussystems die Fahrpreise erhöhte und uns das nicht mitteilte. Die Leute dachten irrtümlicherweise, dass wir dafür veranwortlich seien.

Der Grüne Thomas Huber fordert von Ihnen eine Diskussion über die Gemeindestrukturen und -aufgaben. Was planen Sie?

Wir sind dabei, noch bessere Synergien, etwa bei den Bauhöfen, ausfindig zu machen. Ich halte aber nichts von radikalen Maßnahmen, etwa die Stadtpolizei aufzulösen. Die Verwaltungsarbeit, die dort gemacht wird, müssten dann neue Kräfte im Rathaus erledigen.

Ihr Start war eher unspektakulär. Was sind die großen Brocken 2012?

Da kommt einiges: Am 1. Februar gibt’s den Spatenstich für die neue Zentralschule. Alle Gebäude der Veranstaltungsbetriebe werden auf ihren Sanierungsbedarf gecheckt. Bei drei Kindergärten kommen größere Investitionen auf uns zu.

( Kurier ) Erstellt am 16.01.2012