Reservisten sollen während der Corona-Gefahr bei Niederösterreichs Feuerwehren keine Einsätze bestreiten

© APA/EINSATZDOKU.AT

Feuerwehren
04/01/2020

Einsatzverbot für die über 65-Jährigen

Strenge Corona-Dienstvorschriften zum Eigenschutz sollen Einsatzfähigkeit der 1.710 Wehren bewahren.

von Wolfgang Atzenhofer

Die Einhaltung von Vorschriften und Befehlen sind die knapp 100.000 Feuerwehrleute in Niederösterreich gewohnt. Doch die jüngsten Dienstanweisungen, die im Zuge der Corona-Krise zuletzt bei den 1710 Feuerwehren einlangten, sorgten bei den Freiwilligen im ganzen Land für Diskussionen. So wird den Feuerwehrleuten ab dem 65. Lebensjahr als rigorose Schutzmaßnahme die Teilnahme an den Einsätzen und sogar der Zutritt zu den Feuerwehrhäusern untersagt.

Die zehnseitige Dienstanweisung „Verhaltensregeln zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie 2020“ wurde von einem Expertenteam erarbeitet und im NÖ Landesfeuerwehrverband einstimmig beschlossen. Sie spiegelt die momentane Dramatik im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus wider und soll die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren unter allem Umständen sicherstellen.

„Keine Schikane“

„Da geht es nicht um Schikane, sondern um den unbedingten Eigenschutz unserer Mitglieder. Wir wollen weiterhin alle Einsätze bewerkstelligen können“, versichert Landeskommandant Dietmar Fahrafellner. Ihm sei bewusst, dass die Einschränkungen, die nun die Feuerwehrleute treffen, hart sind. Sämtliche Bewerbe, Treffen und Übungen wurden für 2020 gestrichen. Ausbildungen in der Landesfeuerwehrschule gibt es frühestens im Herbst wieder. Feuerwehrfeste sind bis auf Widerruf verboten.

Mit der neuen Dienstvorschrift ist der Aufenthalt im FF-Haus außerdem nur mehr für Einsätze und unaufschiebbare Tätigkeiten gestattet. Extra-Schutz, so Fahrafellner, lasse man auch aktiven jüngeren Mitgliedern zukommen, die in die gesundheitlich belastete Corona-Risikogruppe fallen. Auch sie sollen nicht mehr zu Einsätzen kommen und die FF-Häuser meiden.

Alarmierung

Umorganisiert wird auch die Alarmierung: Sirenen werden nur mehr bei „zeitkritischen Einsätzen“, etwa bei Menschenrettung oder Bränden aufheulen. Bei Wassergebrechen oder Sturmschäden verständigt die Einsatzzentrale die örtlichen Kommandanten telefonisch. Sie sollen eine möglichst kleine Mannschaft zusammenrufen, um den Einsatz abzuwickeln. Das Risiko einer gegenseitigen Infektion soll so minimiert werden. Vorgeschrieben ist auch, die Einsätze so zu dokumentieren, dass im Fall einer Erkrankung die kontaktierten Kameraden sofort gefunden und gewarnt werden können.

Erkrankungen und auch Quarantänefälle gäbe es unter den Feuerwehren in NÖ natürlich bereits, wie viele es sind, kann Fahrafellner nicht sagen. Zuletzt wurden alle Wehren mit Desinfektionsmitteln und Schutzmasken ausgestattet. Die „Corona-Disziplin“ in den Wehren sei jedenfalls sehr hoch. Unterstützt werden die Dienstvorgaben von Landesvize Stephan Pernkopf: „Ich danke Landeskommandant Fahrafellner für diese Maßnahmen, die der Sicherheit in den Feuerwehren dienen, um weiter jederzeit Einsätze bewältigen zu können“.

Die Corona-Vorschriften in NÖ sind die markantesten innerhalb aller Landesfeuerwehrverbände und werden vom Bundesverband als Empfehlung mitgetragen.

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