© Foschum Markus

Chronik Niederösterreich
10/16/2020

Einblicke in kunstvolle Welten

Kunstschaffende in ganz Niederösterreich öffnen am Wochenende ihre Ateliers. Einer davon ist Peter Newrkla

von Markus Foschum

„In der bildenden Kunst ist man ja ein einsamer Arbeiter. Außer bei Ausstellungen bekommt man kaum Feedback. Deshalb sind Aktionen wie die Tage der Offenen Ateliers wichtig für uns“, sagt Peter Newrkla. Er muss es wissen, denn Besucher lädt der Maler aus Kaltenleutgeben (Bezirk Mödling) heuer schon zum 29. Mal zu seinem Atelierevent, zum 18. Mal im Rahmen der NÖ Tage der Offenen Ateliers. Und das mit der Einsamkeit glaubt man auch sofort, steht die bis oben mit Malereien „dekorierte“ Bilderbuch-Werkstatt Newrklas im „Alten Forsthaus“ doch malerisch und abgelegen am Waldesrand.

Über Besuch freut sich Newrkla aber nicht nur wegen der Gesellschaft und des (erhofft positiven) Feedbacks. „Ein Künstler braucht Wertschätzung im doppelten Sinne, denn er muss ja auch Rechnungen bezahlen. Und für Bilderverkäufe braucht es fast immer einen Anlass wie eine Ausstellung. Spontanverkäufe sind selten.“ Heuer war es Corona-bedingt recht schwer, Anlässe für Verkäufe zu schaffen. „Eine Ausstellung im Frühjahr war angesetzt, die musste abgesagt werden“, meint Newrkla. Um gleich lachend hinzuzufügen: „Ich hatte aber auch schon ein Jahr mit sechs Ausstellungen hintereinander, wo ich kein einziges Bild verkauft habe. Das kommt vor. Man muss dem Glück aber den Boden vorbereiten und eben alles dafür tun, dass es landen kann.“

Traum verwirklicht

Peter Newrkla hat in seinem Leben den Boden für sein künstlerisches Glück gut vorbereitet. 13 Jahre lang widmete sich der promovierte Biologe der Forschung an der Uni Wien, bevor er den „Sprung ins kalte Wasser“ wagte und sich als Maler versuchte. „Biologischen Themen“ blieb er auch als Künstler treu, ob nun anfangs mit Illustrationen für Medizin- und Biologielehrbücher oder mit Serien zu den Themen Wasser und Blumen. Was die Folge einer an sich nicht so erfreulichen Begegnung war.

Ein Galerist hatte Newrkla kritisiert, dass er sich bei den Themen für seine Bilder zu sehr verzetteln würde. Er nahm sich die Anregungen zu Herzen. „Also habe ich mich auf Serien konzentriert“. Und bald stellten sich auch Erfolge ein. 1994 und 1995 wurde Newrkla mit dem NÖ Umweltpreis, Sparte Kunst, ausgezeichnet, 1997 schuf er das Evolutionsfries der Universität Wien. „Ein entscheidender Schritt auf der ewigen Leiter war dann die Serie zum Thema Wasser“, erinnert sich Newrkla. Die Bilder vertraten Österreich 1998 bei der Weltausstellung in Lissabon und öffneten zahlreiche Türen.

Internationaler Erfolg

Es folgten mehr als 120 Ausstellungen. Nicht nur in Österreich, sondern auch in Costa Rica, Tschechien, Italien, Deutschland, oder auch Portugal. Man lebt aber nicht nur von der Kunst allein, schon gar nicht als hauptberuflicher Maler, und so gelangen die Bilder auch zum Verkauf und verschönern die Wände von privaten Sammlern, öffentlichen Stellen und Firmen. Einfach sei es trotzdem nie gewesen, mit der Malerei das Leben zu finanzieren. Wobei Newrkla zugibt, dass er „anfangs Probleme hatte, Bilder zu verkaufen. Das sind doch meine Kinder“. Aber schließlich muss man auch Kinder irgendwann loslassen, sie in die Welt hinauslassen, wenn sie erwachsen sind, ist der Maler inzwischen überzeugt.

Newrkla ist auch überzeugt, dass ihm seine besten Bilder dann gelingen, wenn er für sich arbeiten kann, wenn es sich um keine Auftragsarbeiten handelt. Doch „in allen meinen Bildern ist etwas von mir, in manchen Bildern ist sehr viel von mir drinnen“, gibt er gerne zu.

Am kommenden Wochenende steht nun das 29. Atelierevent im „Alten Forsthaus“ an. Das unter dem Motto „Urlaubsehnsucht“ steht. Und das erklärt er so: „Weil wir uns nicht frei bewegen können, ist die Sehnsucht nach fremden Ländern groß“. Die Kunst soll diese Sehnsucht etwas stillen, ohne „ständig an Tests und Quarantäne denken zu müssen“, meint Newrkla.

Tausend  Künstler an 350 Orten

Im Rahmen der 18. „NÖ Tage der Offenen Ateliers“ – Österreichs größter Schau Bildender Kunst und Kunsthandwerk – am 17. und 18. Oktober öffnen wieder rund 1.000 Künstler und Kunsthandwerker ihre Ateliers, Galerien, Studios und Werkstätten für Interessierte. Das Außergewöhnliche daran: Künstler und Publikum treffen einander an den Arbeitsstätten  der  Kunstschaffenden,  den  Entstehungsorten  der  Kunst.  Nähere Infos: www.kulturvernetzung.at

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