Chronik | Niederösterreich
05.10.2018

Ein Sommer unter der glühenden Sonne Afrikas

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH Wiener Neustadt, Marlies Nemeth, half beim Aufbau eines Labors in Tansania.

Statt Urlaub und Freizeit standen für Marlies Nemeth im heurigen Sommer Lehre und Forschung am Tagesplan. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bachelor-Studiengangs Biomedizinische Analytik der Fachhochschule Wiener Neustadt verbrachte zwei Wochen in Afrika und beteiligte sich am Hilfsprojekt „Africa Amini Alama“ im Ort Momella in Tansania. Die Organisation kümmert sich um die medizinische Versorgung und Bildung von Kindern und Jugendlichen in Tansania.

Nemeth war für die Einschulung des dort ansässigen Laborteams verantwortlich. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin kann auf über 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Zytodiagnostik (Analyse von Zellen zur Erkennung von Tumor- und Krebserkrankungen, Anm.) zurückblicken. Nun gab sie ihr  Wissen an die künftigen Labormitarbeiter weiter: „Wir konnten so erfolgreich die ersten Schritte zur Prävention von Krebserkrankungen, vor allem von Gebärmutterhalskrebs, setzen.“

Ein Praktikum in Afrika

Neben der Mithilfe am Hilfsprojekt stand für Nemeth auch das Knüpfen neuer Kontakte mit den dort zuständigen Wissenschaftern und Ärzten im Vordergrund. Künftig sollen Studierende der Fachhochschule nämlich die Möglichkeit haben, im Rahmen des Hilfsprojektes ein Auslandspraktikum in Tansania absolvieren zu können. Nemeth möchte die besonderen Eindrücke, die sie dort gesammelt hat, mit ihren Studenten teilen: „Die Mentalität der Einheimischen stellt eine interessante Herausforderung dar und hat mich persönlich sehr berührt. Das zu erleben, wünsche ich meinen Studierenden  auch“, meint Nemeth. Einige Studenten hätten bereits  Interesse geäußert.

Nemeth, die auch im Vorstand der österreichischen Gesellschaft für Zytologie tätig ist, möchte den Kontakt zu den Menschen in Tansania aufrecht erhalten: „Ich sehe mich als Bindeglied für alle Ärzte und Wissenschafter in Tansania, die Hilfe brauchen. Mein Ziel ist es, den Leuten die richtige Kontaktperson in Österreich zu vermitteln, die kein Problem damit hat, kostenlos zu helfen.“ Sie selbst scheint ihr Herz an Afrika verloren zu haben und plant, so bald wie möglich wieder hinunter zu reisen.