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Ungewöhnliche Unterkunft: Schlafen zwischen den Baumwipfeln

Wo früher Granit abgebaut wurde, verbringen heute Menschen eine Nacht im Wald. Ein Besuch im Baumhaus.
Ein modernes, beleuchtetes Haus mit großem Fenster steht umgeben von dichtem grünen Wald.

Am Rande von Schrems, nicht weit vom Hochmoor entfernt, liegt ein Waldstück, in dem es an manchen Stellen silbern zwischen den grünen Wipfeln hervorschimmert. Wer von der Horner Straße aus über einen rumpeligen Feldweg auf die Bäume zusteuert, erkennt den Grund dafür: Fünf Baumhäuser ragen in unterschiedlichen Höhen auf verschiedenen Untergründen über dem Waldboden.

Wo früher Granit abgebaut wurde, nehmen heute Menschen für kurze Zeit Abstand vom Alltag. Gleich neben dem Forstweg streckt sich das Klippenhaus über den Hang hinweg in Richtung eines Weihers, neben dem an diesem Abend ein Mann auf einem Stein sitzend dem Plätschern der Wasserpumpe lauscht. Außen erinnert das metallummantelte Apartment ein wenig an ein Raumschiff. Im Inneren fühlt es sich dann doch mehr nach Skandinavien als nach Weltraum an. Dunkel gestrichenes Holz, helle Sitzmöbel, neben dem Eingang knistert der Pelletsofen.

Früher Lodge, heute Edelforst

Die Idee vom Schlafen zwischen den Schremser Baumkronen stammt von Franz Steiner. Bereits vor über 10 Jahren eröffnete der Gründer die Baumhaus-Lodge. Heute führen Thomas Mang und Thomas Weiss das ungewöhnliche Hotel. Beide stammen ursprünglich aus Zwettl, beide haben einen Marketing-Hintergrund und beide sind Eigentümer sowie Betreiber des umbenannten "Edelforsts". 

"Das ist zum Lieblingsprojekt geworden", sagt Mang in einer überdachten Holzlaube am Areal, wo er mit Weiss sitzt. Beruflich hätten sich ihre Wege in der Vergangenheit bereits mehrmals gekreuzt, erzählen sie. 

Zwei Männer stehen lächelnd nebeneinander im Grünen vor einem modernen Gebäude mit Außentreppe.

Mang und Weiss haben das Hotel-Projekt übernommen.

Als Steiner vor etwa eineinhalb Jahren verkündete, die Anlage in jüngere Hände legen zu wollen, wurde das Duo zufällig auf das Projekt aufmerksam. Nach Adaptionen im Innenraum der im Wald verteilten Hotelzimmer folgte die Neueröffnung.

Abkühlung

Besonders die Lage im Grünen würde die Gäste zu ihnen führen, so Weiss: "Es sind schon sehr viele Leute, die bewusst einen Aufenthalt in der Natur, im Wald suchen und die Ruhe genießen wollen." Auch Mang beschreibt die Anlage als Rückzugsort, "vom Alltag weg, von der Stadt weg". Gleichzeitig würde viele die Architektur faszinieren: "Als Kind wollte wohl jeder ein Baumhaus haben oder mal in einem Baumhaus schlafen."

Im Standort sieht Mang ebenfalls einen Vorteil. Das Waldviertel habe lange als kühle, wenig einladende Region gegolten. Mittlerweile habe sich dieses Bild in ein positives gewandelt, "jetzt, wo die Sommer immer heißer werden." Er beobachte aktuell den Beginn eines touristischen Aufschwungs für die Region. Der "Edelforst" selbst sei in der Hauptsaison zu etwa 85 Prozent ausgelastet.

Während Mang und Weiss über das Gelände spazieren, sprechen sie von der Idee, die Anlage um ein weiteres Baumhaus zu erweitern. Platz wäre ausreichend vorhanden, konkrete Pläne gebe es derzeit jedoch noch nicht. Hinter den großen Glasfronten sind vereinzelt Gäste zu sehen, beim Vorbeigehen begegnet man sich auf den Wegen, nickt einander zu, grüßt freundlich. 

Während die Sonne langsam untergeht, wird es ruhig im Wald. Von der umliegenden Zivilisation ist kaum noch etwas zu hören. Was bleibt, ist das Zirpen der Grillen und das Rascheln der Blätter.

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