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„Größtes Verkehrschaos der Region“: Krems warnt vor Dauerstau

Pendler, Touristen, Traktoren: Ab 18. Mai müssen sich alle auf neue Regeln auf der Donaubrücke einstellen. Wo nun Staus drohen.
Ein Ausflugsschiff fährt unter einer großen Stahlbrücke über einen ruhigen Fluss, im Hintergrund bewaldete Hügel und Wolken.

Oben strahlt die Sonne, unten fließt die Donau – es ist ein herrlicher Montagvormittag in Krems. Bereits zahlreiche Touristen sind unterwegs, ob auf Schiffen, Fahrrädern oder mit dem Auto. Es riecht nach Sommerbeginn, Krems und die Wachau machen sich bereit für den jährlichen Gästeansturm in den kommenden Monaten.

Im Rathaus hingegen ist die Stimmung deutlich unterkühlter. Genau zu jener Zeit, die für Wirtschaft und Tourismus besonders wichtig ist, droht Ungemach: Ab Montag, dem 18. Mai, wird die Donaubrücke Stein-Mautern für den Großteil des Verkehrs gesperrt. Nur für Fußgänger, Radfahrer sowie Mopedfahrer – darunter auch Mopedautos – bleibt die Brücke weiterhin einspurig passierbar. 

Der Verkehr wird künftig mittels Ampelregelung geführt. Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von fünf Tonnen dürfen die Brücke weiterhin benutzen.

„Hoffnung, dass die Menschen auf das Rad umsteigen“

Die Teilsperre dürfte voraussichtlich bis März 2029 andauern. Erst dann soll die rund 35 Millionen Euro teure Ersatzbrücke fertiggestellt sein, damit anschließend mit der Sanierung der 130 Jahre alten Donaubrücke begonnen werden kann. Autofahrer werden in dieser Zeit über die St. Pöltner Brücke umgeleitet. Und das betrifft nicht wenige: Täglich nutzen zwischen 3.000 und 6.000 Pkw-Lenker die Verbindung zwischen Stein und Mautern.

„Wir stehen deshalb vor dem größten Verkehrschaos, das die Region jemals erlebt hat“, sagt Kremser Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ). Vor allem im Bereich der Kreuzung Austraße/Bertschingerstraße an der Abfahrt von der B3, die bereits jetzt stark ausgelastet sei, sowie beim Kreisverkehr am Welterbeplatz könnte es ab Montag zu erheblichen Staus kommen, meint der Stadtchef. 

„Wir haben natürlich die Hoffnung, dass mehr Menschen auf das Rad umsteigen und sich dadurch die Situation entspannt“, fügt Molnar hinzu.

Drei Männer stehen nebeneinander vor einem gelben Aufsteller mit der Aufschrift „kro...“ in einem hellen Raum.

"Wertvolle Zeit verloren", sagt SPÖ-Stadtchef Molnar (Mitte).

Weil Krems nun ein Verkehrskollaps droht, schiebt der SPÖ-Politiker den Schwarzen Peter vorsorglich in Richtung Land Niederösterreich – genauer gesagt zu Verkehrslandesrat und LH-Stellvertreter Udo Landbauer. Denn in Sachen Donaubrücke Stein-Mautern habe der FPÖ-Politiker wertvolle Zeit verstreichen lassen, so Molnar.

Der Grund: Laut dem Kremser Bürgermeister sei die Ersatzbrücke bereits bis Februar 2024 ausgeschrieben gewesen, dann jedoch von Landbauer „eigenmächtig zurückgezogen“ worden. „Mit der Ausschreibung einer völlig unzureichenden Fährlösung haben wir zwei Jahre verloren“, sagt Molnar.

Auch Landbauer meldete sich in den vergangenen Tagen zur Donaubrücke zu Wort: „Niemand will die Donaubrücke sperren. Unser Ziel ist klar: So viel Verkehr wie unter sicheren Bedingungen möglich weiterhin über die Brücke zu führen. Genau deshalb setzen wir jetzt alle notwendigen Maßnahmen, um die Donaubrücke auch weiterhin offenhalten zu können“, so der Landesvize.

Sicherheit für Fußgänger

Wie die nun angestrebte Lösung funktioniert, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Besonders wichtig ist dem Kremser Stadtchef jedenfalls die Sicherheit der Fußgänger auf der Brücke. 

Die bisherigen seitlichen Gehwege werden aus Sicherheitsgründen gesperrt. Stattdessen wird auf der Fahrbahn ein eigener, niveaugleicher Gehstreifen eingerichtet, der durch Sperrlinien und Verkehrszeichen abgesichert wird. Zusätzliche Bodenmarkierungen, Piktogramme und eine Beleuchtung sollen für mehr Sicherheit sorgen.

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